Unser Vater nimmt die Heiden auf
Petrus wird getadelt, weil er mit Unbeschnittenen gegessen hat; also erzählt er die Vision Schritt für Schritt nach — unser Vater hat sie rein gemacht — und die Einwände verstummen. In Antiochia reden Gläubige auch zu Griechen. Barnabas holt Saulus, sie lehren ein Jahr, und dort entsteht der Name Christen.
11 1Die Apostel und die Brüder in Judäa hörten, dass auch die Heiden das Wort unseres Vaters angenommen hatten. 2Als nun Petrus nach Jerusalem hinaufkam, machten ihm die aus der Beschneidung Vorwürfe 3und sagten: „Du bist zu unbeschnittenen Männern gegangen und hast mit ihnen gegessen.“
4Petrus aber erklärte es ihnen der Reihe nach: 5Ich war in der Stadt Joppe im Gebet, da geriet ich in Verzückung und sah eine Vision: Ein großes, tuchartiges Gebilde wurde an seinen vier Zipfeln vom Himmel herabgelassen und kam bis zu mir. 6Als ich es genau betrachtete, sah ich vierfüßige Tiere, wilde Tiere, Kriechtiere und Vögel des Himmels.
7Und ich hörte eine Stimme, die zu mir sagte: ‚Steh auf, Petrus, schlachte und iss!‘
8Ich aber sagte: ‚Auf keinen Fall, Herr! Denn niemals ist etwas Gemeines oder Unreines in meinen Mund gekommen.‘
9Aber die Stimme antwortete zum zweiten Mal vom Himmel: ‚Was unser Vater rein gemacht hat, das nenne du nicht unrein!‘ 10Das geschah dreimal, und alles wurde wieder in den Himmel hinaufgezogen. 11Genau in diesem Augenblick standen drei Männer vor dem Haus, in dem wir waren; sie waren aus Cäsarea zu mir gesandt worden. 12Der Geist aber sagte mir, ich solle ohne Bedenken mit ihnen gehen. Es kamen auch diese sechs Brüder mit mir, und wir gingen in das Haus des Mannes.
13Er berichtete uns, wie er den Engel in seinem Haus hatte stehen sehen, der sagte: ‚Sende nach Joppe und lass Simon holen, der Petrus genannt wird; 14er wird dir Worte sagen, durch die du gerettet wirst, du und dein ganzes Haus.‘ 15Als ich aber zu reden begann, fiel der Heilige Geist auf sie, so wie am Anfang auf uns.
16Da erinnerte ich mich an das Wort unseres Herrn Jesus, wie er sagte: ‚Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden.‘ 17Wenn nun unser Vater ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie uns, die wir an den Herrn Jesus Christus geglaubt haben, wer war ich, dass ich unserem Vater hätte wehren können?
18Als sie das hörten, beruhigten sie sich und priesen unseren Vater und sagten: „So hat also unser Vater auch den Heiden die Umkehr geschenkt, die zum Leben führt.“
Die Familie unseres Vaters wächst in Antiochia
19Diejenigen aber, die durch die Verfolgung wegen Stephanus zerstreut worden waren, zogen bis nach Phönizien, Zypern und Antiochia und sagten das Wort niemandem als allein den Juden. 20Einige von ihnen aber – Männer aus Zypern und Kyrene – kamen nach Antiochia und redeten auch zu den Hellenisten und verkündeten die gute Botschaft von dem Herrn Jesus. a a v20 Hellenisten: griechisch sprechende Menschen, in diesem Zusammenhang wahrscheinlich Heiden. 21Und die Hand unseres Herrn Jesus war mit ihnen, und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn. 22Die Kunde davon kam der Gemeinde in Jerusalem zu Ohren, und sie sandten Barnabas nach Antiochia. 23Als er ankam und die Gnade unseres Vaters sah, freute er sich und ermahnte alle, mit festem Herzen dem Herrn treu zu bleiben. 24Denn er war ein guter Mann, erfüllt vom Heiligen Geist und vom Glauben. Und eine große Menge wurde für den Herrn gewonnen.
25Barnabas aber zog nach Tarsus, um Saulus zu suchen; 26und als er ihn fand, brachte er ihn nach Antiochia. Ein ganzes Jahr lang kamen sie in der Gemeinde zusammen und lehrten eine große Menge; und in Antiochia wurden die Jünger zum ersten Mal Christen genannt. b b v26 Der Name Christen bedeutet „die zu Christus Gehörenden“ – das erste Mal, dass die Nachfolger Jesu nach seinem Namen genannt wurden.
27In diesen Tagen kamen Propheten von Jerusalem nach Antiochia herab. 28Einer von ihnen mit Namen Agabus trat auf und sagte durch den Geist voraus, dass eine große Hungersnot über die ganze Welt kommen werde – sie trat in den Tagen des Claudius ein. 29Da beschlossen die Jünger, ein jeder nach seinem Vermögen, den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Hilfe zu senden. 30Das taten sie auch und sandten sie durch Barnabas und Saulus an die Ältesten.