Die Frau und der Drache
Eine schwangere Frau, und ein Drache, der darauf wartet, ihr Kind zu verschlingen. Das Kind wird zum Thron unseres Vaters entrückt, die Frau flieht in die Wüste, und Michael wirft den Drachen aus dem Himmel. Besiegt wendet er sich gegen ihre übrigen Kinder — voller Wut, weil seine Zeit kurz ist.
12 1Ein großes Zeichen erschien am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. 2Sie war schwanger und schrie in Geburtswehen, in den Qualen des Gebärens.
3Dann erschien ein anderes Zeichen am Himmel: ein riesiger, feuerroter Drache mit sieben Köpfen, zehn Hörnern und sieben Kronen auf seinen Köpfen. 4Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne des Himmels zur Erde herab. Und der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte, bereit, ihr Kind zu verschlingen, sobald es geboren wäre. 5Sie gebar einen Sohn, ein männliches Kind — Jesus —, der alle Völker mit eisernem Zepter regieren wird. Doch ihr Kind wurde entrückt zu unserem Vater und zu seinem Thron. 6Die Frau aber floh in die Wüste, an einen Ort, den unser Vater bereitet hatte, um dort 1260 Tage lang ernährt zu werden.
7Und es brach ein Krieg aus im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen, und der Drache und seine Engel kämpften zurück. 8Doch er war nicht stark genug, und sie verloren ihren Platz im Himmel. 9Der große Drache — die alte Schlange, die Teufel und Satan genannt wird, der die ganze Welt verführt — wurde auf die Erde gestürzt, und seine Engel mit ihm.
10Dann hörte ich eine laute Stimme im Himmel: „Nun ist gekommen das Heil unseres Vaters, seine Macht und sein Reich, und die Vollmacht seines Christus. Denn niedergeworfen ist der Verkläger unserer Brüder und Schwestern, der sie Tag und Nacht vor unserem Vater verklagt.“ 11Sie haben ihn überwunden durch das Blut des Lammes und durch das Wort ihres Zeugnisses; sie hielten nicht am eigenen Leben fest, bis hin zum Tod. 12Darum freut euch, ihr Himmel, und ihr, die ihr darin wohnt! Doch weh der Erde und dem Meer, denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen in großem Zorn, weil er weiß, dass seine Zeit kurz ist.
13Als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die das männliche Kind geboren hatte. 14Der Frau aber wurden die beiden Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie an den Ort in der Wüste fliege, der für sie bereitet war, wo sie eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit ernährt würde, fern vom Zugriff der Schlange. 15Und die Schlange spie aus ihrem Maul Wasser wie einen Strom der Frau nach, um sie in der Flut fortzureißen. 16Doch die Erde half der Frau; sie tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Maul gespien hatte. 17Und der Drache wurde zornig über die Frau und zog hin, um Krieg zu führen gegen die Übrigen ihrer Nachkommen — gegen die, die die Gebote unseres Vaters halten und am Zeugnis Jesu festhalten.