Ein Priester, der voller Nachsicht ist
Priester werden von unserem Vater eingesetzt, statt sich selbst zu wählen, und können sanft sein, weil sie dieselbe Schwachheit teilen. Christus wurde auf dieselbe Weise eingesetzt und lernte Gehorsam durch das, was er litt. Dann bricht das Kapitel verärgert ab: Ihr müsstet längst lehren, und stattdessen braucht ihr Milch.
5 1Denn jeder Hohepriester, der aus den Menschen genommen wird, wird für die Menschen eingesetzt in dem, was unsern Vater betrifft, damit er Gaben und Opfer für die Sünden darbringe. 2Er kann milde umgehen mit denen, die unwissend sind und irren, da er ja selbst auch mit Schwachheit behaftet ist. 3Um dieser Schwachheit willen muss er Opfer für die Sünden darbringen — für das Volk ebenso wie für sich selbst. 4Und niemand nimmt sich selbst diese Ehre, sondern nur, wer von unserm Vater berufen wird, so wie Aaron.
5So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre gegeben, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm sagte: „Du bist mein Sohn; heute habe ich dich gezeugt.“
6Wie er auch an anderer Stelle sagt: „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“ a a v6 Melchisedek, Priesterkönig, der Abraham segnete (1. Mose 14,18–20); ohne überlieferten Anfang und ohne Ende ein Bild des ewigen Priestertums Christi.
7In den Tagen seines irdischen Lebens brachte Jesus Gebete und Flehen mit lautem Schreien und Tränen dem dar, der ihn vom Tod erretten konnte, und er wurde erhört wegen seiner Gottesfurcht. 8Obwohl er ein Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt. 9Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, zur Quelle des ewigen Heils geworden, 10von unserm Vater eingesetzt zum Hohenpriester nach der Ordnung Melchisedeks.
Milch oder feste Speise
11Darüber hätten wir noch viel zu sagen, doch es ist schwer zu erklären, weil ihr im Hören träge geworden seid. 12Denn obwohl ihr längst Lehrer sein solltet, braucht ihr wieder jemanden, der euch die Anfangsgründe des Wortes unseres Vaters lehrt. Ihr seid dahin gekommen, dass ihr Milch nötig habt und nicht feste Speise. 13Denn wer noch von Milch lebt, der ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit; denn er ist ein kleines Kind. 14Feste Speise aber ist für die Reifen, deren Sinne durch Übung geschult sind, Gut und Böse zu unterscheiden.