Jonas Zorn
Barmherzigkeit ist genau das, wovor Jona sich gefürchtet hat. Er gibt zu, dass er floh, weil er wusste, dass unser Vater sich erbarmt, und bittet zu sterben. Eine Pflanze spendet ihm Schatten, ein Wurm lässt sie sterben, und unser Vater fragt, warum eine Pflanze, die er nicht großgezogen hat, mehr gilt als eine Stadt von Tausenden.
4 1Aber das verdross Jona zutiefst, und er entbrannte im Zorn. 2Er betete zu unserem Vater: „Ach, Vater, ist das nicht das, was ich sagte, als ich noch in meinem eigenen Land war? Darum floh ich zuvor nach Tarsis—ich wusste ja, dass du ein gnädiger, barmherziger Vater bist, langsam zum Zorn und überströmend an beständiger Liebe, einer, der sich das Unheil gereuen lässt. 3Und nun, unser Vater, nimm doch mein Leben von mir—der Tod ist besser für mich als das Leben.“
4Und unser Vater sprach: „Ist es recht, dass du so zornig bist?“
5Jona verließ die Stadt und setzte sich östlich von ihr nieder, machte sich dort eine Hütte und saß darunter im Schatten, um zu sehen, was mit der Stadt geschehen würde. 6Und unser Vater bestellte eine Pflanze und ließ sie über Jona emporwachsen, um seinem Haupt Schatten zu geben und sein Unbehagen zu lindern. Und Jona freute sich hoch über die Pflanze. 7Als am nächsten Tag die Morgenröte anbrach, bestellte unser Vater einen Wurm, der die Pflanze anfraß, sodass sie verdorrte. 8Und als die Sonne aufging, sandte unser Vater einen glühenden Ostwind; und die Sonne stach Jona auf das Haupt, sodass er ganz matt wurde. Da wünschte er sich zu sterben und sprach: „Es ist besser für mich, dass ich sterbe, als dass ich lebe.“
9Aber unser Vater fragte Jona: „Ist es recht, dass du wegen der Pflanze zornig bist?“ Er sprach: „Es ist recht, dass ich zornig bin bis zum Tod.“
10Und unser Vater sprach: „Dich jammert die Pflanze, um die du dich nicht gemüht und die du nicht großgezogen hast, die in einer Nacht wuchs und in einer Nacht verging. 11Und mich sollte nicht Ninive jammern, diese große Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen sind, die nicht wissen, was rechts oder links ist, dazu auch viele Tiere?“ a a v11 Das Buch schließt mit der Erbarmen-Frage unseres Vaters—seinem Herzen für die Völker über Israel hinaus. Jesus führt Jonas drei Tage und drei Nächte als Zeichen seiner eigenen Auferstehung an (Matthäus 12,38-41) und die Buße der Niniviten als Gericht über das unbußfertige Israel.