Ariel, die Stadt Davids
Jerusalem wird belagert, bis seine Stimme aus dem Staub flüstert, dann verschwinden seine Angreifer wie ein Traum von Essen, der einen Mann hungrig zurücklässt. Sie ehren den Vater mit ihren Lippen, während ihre Herzen ferne bleiben, und so scheitert ihre Weisheit. Doch die Tauben werden hören.
29 1Wehe Ariel, Ariel, der Stadt, in der David lagerte! Fügt Jahr zu Jahr; lasst die Feste ihren Kreislauf halten. 2Doch ich will Ariel hart bedrängen, und es wird Trauer und Klage geben; sie wird für mich wie ein Altarherd werden. 3Ich will mich rings um dich her lagern; ich will dich mit einem Wall einschließen und Belagerungswerke gegen dich errichten. 4Du wirst erniedrigt werden; aus dem Boden wirst du reden, und deine Worte werden im Staub gedämpft sein. Deine Stimme wird aus der Erde kommen wie die eines Geistes, und deine Rede wird aus dem Staub flüstern. 5Aber die Menge deiner Feinde wird wie feiner Staub werden und die Menge der Gewalttätigen wie wehende Spreu. Und es wird geschehen in einem Augenblick, ganz plötzlich. 6Vom Vater der himmlischen Heere wirst du heimgesucht werden mit Donner und Erdbeben und großem Getöse, mit Wirbelsturm und Unwetter und der Flamme eines verzehrenden Feuers. 7Und die Menge all der Völker, die gegen Ariel Krieg führen, alle, die gegen sie und ihre Festung kämpfen und sie hart bedrängen, wird sein wie ein Traum, ein Gesicht der Nacht. 8Es wird sein, wie wenn ein Hungriger träumt, dass er isst, und erwacht mit ungestilltem Hunger; oder wie wenn ein Durstiger träumt, dass er trinkt, und erwacht ermattet, mit ungelöschtem Durst. So wird es der Menge all der Völker ergehen, die gegen den Berg Zion kämpfen. 9Erstarrt und staunt; blendet euch und seid blind! Sie sind trunken, doch nicht von Wein; sie taumeln, doch nicht von starkem Getränk. 10Denn unser Vater hat über euch einen Geist tiefen Schlafes ausgegossen; er hat eure Augen, die Propheten, verschlossen und eure Häupter, die Seher, verhüllt. 11Die ganze Offenbarung ist euch wie die Worte einer versiegelten Schriftrolle geworden. Wenn man sie einem gibt, der lesen kann, und sagt: „Lies das bitte“, so sagt er: „Ich kann nicht; sie ist versiegelt.“ 12Und wenn man die Schriftrolle einem gibt, der nicht lesen kann, und sagt: „Lies das“, so sagt er: „Ich kann nicht lesen.“
13Der Herr, unser Vater, hat gesprochen: „Weil dieses Volk mit seinem Mund naht und mich mit seinen Lippen ehrt, sein Herz aber fern von mir ist; ihre Furcht vor mir ist ein von Menschen gelehrtes Gebot, 14darum, siehe, will ich wiederum Wunder tun an diesem Volk, Wunder über Wunder; die Weisheit ihrer Weisen wird vergehen, und der Verstand ihrer Klugen wird verschwinden.“ 15Wehe denen, die sich tief verbergen, um ihre Pläne vor unserem Vater zu verhüllen, deren Taten im Finstern geschehen, die sagen: „Wer sieht uns? Wer kennt uns?“
16Wie verdreht ihr doch alles! Soll der Töpfer behandelt werden wie sein Ton—als könnte das Gemachte zu seinem Macher sagen: „Er hat mich nicht gemacht“, oder das Gebilde zu dem, der es geformt hat: „Er versteht nichts“?
17Ist es nicht nur noch eine kleine Weile, bis der Libanon in einen fruchtbaren Garten verwandelt wird und der fruchtbare Garten als Wald gilt? 18An jenem Tag werden die Tauben die Worte einer Schriftrolle hören, und aus Dunkel und Finsternis werden die Augen der Blinden sehen. 19Die Demütigen werden neue Freude an unserem Vater finden, und die Armen unter den Menschen werden über den Heiligen Israels, unseren Vater, jubeln. 20Denn die Gewalttätigen wird es nicht mehr geben, und mit dem Spötter ist es aus; alle, die auf Böses sinnen, werden ausgerottet, 21die mit einem Wort einen Menschen zum Sünder machen, die dem eine Falle stellen, der im Tor für das Recht eintritt, und mit leeren Argumenten den abweisen, der im Recht ist. a a v21 Das Stadttor war das antike Gerichtsgebäude, wo Rechtsstreitigkeiten verhandelt und Urteile gefällt wurden.
22Darum spricht unser Vater, der Abraham erlöst hat, über das Haus Jakob so: „Nicht mehr wird Jakob beschämt werden, nicht mehr wird sein Angesicht erbleichen. 23Denn wenn er seine Kinder sieht, das Werk meiner Hände in ihrer Mitte, werden sie meinen Namen heilig halten; sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und Ehrfurcht haben vor unserem Vater. b b v23 Wenn unser Vater seine Kinder sieht — von seinen eigenen Händen geformt —, wird sein Name geehrt. Wiederherstellung beginnt, wenn die Kinder, die er gemacht hat, sich ihm zuwenden. 24Die im Geist irren, werden zur Einsicht kommen, und die murren, werden Belehrung annehmen.“