Ephraims welkende Krone
Trunkene Priester verspotten die Lehre des Propheten als Kindergestammel. Jerusalems Herrscher prahlen mit einem Bund, den sie mit dem Tod geschlossen haben; Hagel wird diese Zuflucht wegfegen. Dagegen legt der Vater einen bewährten Eckstein, und er schließt mit einem Bauern, der jedes Korn nur so hart drischt, wie es nötig ist.
28 1Wehe der stolzen Krone der Betrunkenen Ephraims und der welkenden Blume ihrer herrlichen Pracht, die auf dem Haupt des fruchtbaren Tals derer thront, die vom Wein überwältigt sind! 2Sieh, der souveräne Vater hat einen, der mächtig und stark ist; wie ein Hagelsturm, ein vernichtendes Unwetter, wie ein Sturm gewaltiger, überflutender Wasser wird er sie mit seiner Hand zu Boden schleudern. 3Die stolze Krone der Betrunkenen Ephraims wird mit Füßen zertreten werden. 4Und die welkende Blume ihrer herrlichen Pracht, die auf dem Haupt des fruchtbaren Tals thront, wird sein wie eine frühreife Feige vor dem Sommer—wer sie sieht, verschlingt sie, sobald sie in seiner Hand ist. 5An jenem Tag wird der Vater der himmlischen Heere eine Krone der Herrlichkeit und ein Diadem der Schönheit sein für den Überrest seines Volkes, 6und ein Geist des Rechts für den, der zu Gericht sitzt, und Stärke für die, die den Kampf am Tor zurückschlagen.
7Auch diese taumeln vom Wein und wanken vom starken Getränk: Priester und Prophet taumeln vom starken Getränk, sie sind vom Wein verwirrt, sie wanken vom starken Getränk, sie taumeln bei ihren Visionen, sie straucheln beim Fällen ihrer Urteile. 8Denn alle Tische sind voll von ekelhaftem Erbrochenem, kein reiner Platz ist mehr übrig.
9„Wen will er Erkenntnis lehren, und wem will er die Botschaft erklären? Denen, die eben von der Milch entwöhnt sind, denen, die eben von der Brust genommen sind? 10Denn es ist Gebot auf Gebot, Gebot auf Gebot, Zeile auf Zeile, Zeile auf Zeile, ein wenig hier, ein wenig dort.“ a a v10 Die singsangartige Wiederholung verspottet wahrscheinlich den Lehrstil des Propheten—langweilige, eingedrillte Lektionen, die die Herrscher nicht ernst nehmen wollten.
11Ja, durch Menschen mit fremden Lippen und fremder Zunge wird er zu diesem Volk reden,
12zu dem er gesagt hatte: „Dies ist die Ruhe; schafft Ruhe dem Müden; dies ist der Ort der Ruhe“—doch sie wollten nicht hören. 13So wird das Wort unseres Vaters für sie sein: Regel auf Regel, Regel auf Regel, Zeile auf Zeile, Zeile auf Zeile, ein wenig hier, ein wenig dort, damit sie gehen und rückwärts stürzen und zerbrochen und verstrickt und gefangen werden.
14Darum hört das Wort unseres Vaters, ihr Spötter, die ihr über dieses Volk in Jerusalem herrscht! 15Weil ihr gesagt habt: „Wir haben einen Bund mit dem Tod geschlossen und mit dem Grab ein Abkommen getroffen; wenn die überwältigende Flut hindurchzieht, wird sie uns nicht erreichen, denn wir haben die Lüge zu unserer Zuflucht gemacht und uns im Trug verborgen“,
16darum spricht der souveräne Vater so: „Sieh, ich lege in Zion einen Stein, einen erprobten Stein, einen kostbaren Eckstein, ein sicheres Fundament: Wer glaubt, wird nicht in Panik geraten. b b v16 Paulus und Petrus beziehen diesen Vers beide auf Jesus—Römer 9,33 und 1. Petrus 2,6. Der Eckstein, den unser Vater in Zion gelegt hat, ist sein Sohn, das Fundament, auf dem jeder Glaubende ruht. 17Und ich mache das Recht zur Messschnur und die Gerechtigkeit zum Senkblei; Hagel wird die Zuflucht der Lüge hinwegfegen, und Wasser werden das Versteck überfluten. 18Dann wird euer Bund mit dem Tod ausgelöscht, und euer Abkommen mit dem Grab wird nicht bestehen; wenn die überwältigende Flut hindurchzieht, werdet ihr von ihr niedergetrampelt werden. 19Sooft sie hindurchzieht, wird sie euch packen; denn Morgen für Morgen wird sie hindurchziehen, bei Tag und bei Nacht, und schon die Nachricht zu vernehmen, wird das nackte Entsetzen sein.“
20Denn das Bett ist zu kurz, um sich darauf auszustrecken, und die Decke zu schmal, um sich darin einzuhüllen. 21Denn unser Vater wird sich erheben wie am Berg Perazim, er wird sich regen wie im Tal von Gibeon, um sein Werk zu tun—fremd ist sein Werk!—und um seine Tat zu vollbringen—fremdartig ist seine Tat! 22Nun aber spottet nicht, sonst werden eure Fesseln nur fester; denn ich habe von dem Vater der himmlischen Heere einen Beschluss der Vernichtung gehört, über das ganze Land.
23Horcht auf und hört meine Stimme; achtet auf und hört meine Worte. 24Pflügt der Bauer den ganzen Tag, um zu säen? Bricht und eggt er seinen Boden immerfort? 25Wenn er seine Oberfläche geebnet hat, streut er dann nicht Dill aus und sät Kümmel, und pflanzt Weizen in Reihen und Gerste auf ihr Feld und Dinkel an den Rand? 26Sein Vater unterweist ihn recht; sein Vater lehrt ihn. c c v26 Sogar die alltägliche Weisheit eines Bauern kommt von unserem Vater—er ist der Lehrer hinter allem Können und aller guten Urteilskraft. 27Dill wird nicht mit dem Dreschschlitten gedroschen, noch wird ein Wagenrad über Kümmel gerollt; sondern Dill wird mit einem Stock ausgeklopft und Kümmel mit einem Stab. 28Korn für Brot muss zermahlen werden, doch drischt er es nicht für immer; er treibt sein Wagenrad und seine Pferde darüber, doch zermalmt er es nicht zu Staub. 29Auch dies kommt von dem Vater der himmlischen Heere; er ist wunderbar im Rat und herrlich an Weisheit.