Der Fall des Leviatan
Der Vater spricht als Weinbergwächter, der seine Pflanzung Stunde um Stunde bewässert, und sagt schlicht: Ich bin nicht zornig. Er lädt sogar die Dornen ein, Frieden zu machen statt zu kämpfen. Doch nahebei steht eine Stadt verlassen, und Israel wird einer nach dem anderen zurückgesammelt.
27 1An jenem Tag wird unser Vater mit seinem harten, großen, mächtigen Schwert Leviatan strafen, die flüchtige Schlange—Leviatan, die gewundene Schlange—und er wird das Ungeheuer im Meer töten. a a v1 Leviatan: ein furchterregender mythologischer Meeresdrache, der in der altorientalischen Überlieferung das urzeitliche Chaos und das Böse verkörpert. 2An jenem Tag—singt davon: ein lieblicher Weinberg!
3„Ich, dein Vater, bin sein Hüter; Augenblick für Augenblick bewässere ich ihn. Damit niemand ihm schaden kann, behüte ich ihn Tag und Nacht. 4Ich bin nicht zornig. Gäbe es nur Dornen und Disteln, die mir im Kampf begegneten! Ich würde gegen sie ziehen, ich würde sie alle miteinander verbrennen. 5Oder sie sollen sich an meinen Schutz halten, sollen Frieden mit mir schließen— ja, sollen Frieden mit mir schließen.“
6In künftigen Tagen wird Jakob Wurzeln schlagen, Israel wird blühen und knospen und die ganze Welt mit Früchten füllen. 7Hat er sie geschlagen, wie er die schlug, die sie schlugen? Oder wurden sie getötet, wie ihre Mörder getötet wurden? 8Indem du sie vertriebst, indem du sie in die Verbannung schicktest, hast du mit ihr gestritten; er trieb sie fort mit seinem heftigen Sturm, als der Ostwind wehte. 9Dadurch wird die Schuld Jakobs gesühnt werden, und dies wird die volle Frucht der Wegnahme seiner Sünde sein: wenn er alle Altarsteine wie zerstoßenen Kalk macht, werden keine Ascherapfähle oder Räucheraltäre mehr stehen bleiben. b b v9 Ascherapfähle: hölzerne Kultgegenstände, die an kanaanäischen Kultstätten zu Ehren der Göttin Aschera aufgestellt wurden. 10Die befestigte Stadt steht einsam, eine Wohnstätte, verlassen und aufgegeben wie die Wüste; dort weidet das Kalb, dort lagert es und frisst ihre Zweige kahl. 11Wenn seine Zweige verdorren, werden sie abgebrochen; Frauen kommen und machen Feuer damit. Denn dies ist ein Volk ohne Einsicht; darum zeigt ihr Schöpfer ihnen kein Erbarmen, und der sie geformt hat, erweist ihnen keine Gnade.
12An jenem Tag wird unser Vater dreschen vom Euphrat bis zum Bach Ägyptens, und ihr werdet einer nach dem anderen aufgelesen werden, ihr Kinder Israels. 13An jenem Tag wird eine große Posaune erschallen, und die im Land Assur Umkommenden und die ins Land Ägypten Vertriebenen werden kommen und unseren Vater anbeten auf dem heiligen Berg in Jerusalem.