Lied von der starken Stadt
Vertrauen auf unseren Vater ist hier keine Stimmung, sondern eine befestigte Stadt mit offenen Toren. Die Sänger geben zu, dass ihre Mühe nur Wind hervorgebracht hat, für niemanden Rettung. So warten sie, aufgefordert, die Tür zu schließen, bis der Zorn vorübergeht, und mit der Zusage, dass ihre Toten aus dem Staub heraus singen werden.
26 1An jenem Tag wird dieses Lied im Land Juda gesungen werden: Wir haben eine starke Stadt; er macht Heil zu Mauern und Bollwerk. 2Tut die Tore auf, dass das gerechte Volk einziehe—das Volk, das Treue hält. 3Du bewahrst ihn in vollkommenem Frieden, dessen Sinn fest auf dich gerichtet ist, weil er auf dich vertraut. 4Vertraut auf unseren Vater immerdar, denn unser Vater ist der ewige Fels. a a v4 Der Fels ist einer der ältesten dichterischen Namen für unseren Vater in der Schrift. Fest, unbeweglich, treu — er ist der unerschütterliche Grund unter jedem Leben, das ihm vertraut. 5Denn er hat erniedrigt, die in der Höhe wohnen, die hoch ragende Stadt. Er wirft sie nieder, wirft sie nieder zu Boden, stößt sie hinab in den Staub. 6Der Fuß zertritt sie—die Füße der Armen, die Schritte der Bedürftigen. 7Der Pfad des Gerechten ist eben; du machst gerade den Weg des Gerechten. 8Auf dem Pfad deiner Gerichte, unser Vater, warten wir auf dich; dein Name und dein Ruhm sind das Verlangen unserer Seele. 9In der Nacht sehnt sich meine Seele nach dir; in mir sucht dich mein Geist voller Verlangen. Denn wenn deine Gerichte die Erde erreichen, lernen die Bewohner des Erdkreises, was recht ist. 10Wird dem Gottlosen Gnade erwiesen, so lernt er doch nicht Gerechtigkeit; im Land der Redlichkeit handelt er verkehrt und sieht die Hoheit unseres Vaters nicht. 11Unser Vater, deine Hand ist erhoben, doch sie sehen es nicht. Lass sie deinen Eifer für dein Volk sehen und zuschanden werden. Lass das Feuer, das für deine Widersacher bereitet ist, sie verzehren. 12Unser Vater, du wirst uns Frieden schaffen, denn du hast wahrlich alle unsere Werke für uns vollbracht. 13Unser Vater, andere Herren außer dir haben über uns geherrscht, doch allein deines Namens gedenken wir. 14Sie sind tot, sie werden nicht leben; sie sind Verstorbene, sie werden nicht auferstehen; denn du hast Verderben gebracht über sie und all ihr Gedächtnis ausgelöscht. 15Du hast das Volk gemehrt, unser Vater, du hast das Volk gemehrt; du bist verherrlicht; du hast alle Grenzen des Landes erweitert. 16Unser Vater, in der Not suchten sie dich; sie ergossen ein geflüstertes Gebet, als deine Züchtigung auf ihnen lag. 17Wie eine schwangere Frau, die sich windet und in ihren Wehen schreit, wenn sie gebären soll, so waren wir vor dir, unser Vater. 18Wir waren schwanger, wir wanden uns, doch wir gebaren nur Wind. Wir haben der Erde keine Rettung gebracht, und die Bewohner des Erdkreises sind nicht geboren worden. 19Deine Toten werden leben; ihre Leiber werden auferstehen. Wacht auf und jubelt, die ihr im Staube wohnt! Denn dein Tau ist ein Tau des Morgenlichts, und die Erde wird die Verstorbenen gebären. 20Komm, mein Volk, geh in deine Kammern und schließe die Türen hinter dir zu; verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorübergegangen ist.
21Denn siehe, unser Vater geht aus von seiner Stätte, um die Bewohner der Erde für ihre Sünden zu strafen, und die Erde wird das Blut offenbaren, das auf ihr vergossen wurde, und wird die Erschlagenen nicht länger bedecken.