Du bist mein Vater
Ein Überlebender singt dem Vater, der die erbarmungslose Stadt niedergelegt hat, die über ihm aufragte, und der dem Armen im Sturm Zuflucht war. Was er als Nächstes bereitet, ist ein Festmahl für alle Völker, das Verschlingen des Todes selbst und Tränen, die von jedem Gesicht abgewischt werden.
25 1Du bist mein Vater; ich will dich erheben, ich will deinen Namen preisen, denn du hast wunderbare Dinge getan—Pläne, längst gefasst, treu und gewiss. 2Denn du hast eine Stadt zu einem Steinhaufen gemacht, eine befestigte Stadt zur Trümmerstätte; der Palast der Fremden ist keine Stadt mehr—er wird niemals wieder aufgebaut. 3Darum wird ein starkes Volk dich ehren; die Stadt der gewalttätigen Nationen wird dich fürchten. 4Denn du bist eine Zuflucht gewesen für die Armen, eine Zuflucht für die Bedürftigen in ihrer Not, ein Schutz vor dem Sturm und ein Schatten vor der Hitze; denn der Atem der Gewalttätigen ist wie ein Sturm gegen eine Mauer. 5Wie die Hitze in einem dürren Land bezwingst du das Toben der Fremden; wie die Hitze durch den Schatten einer Wolke gedämpft wird, so verstummt das Lied der Gewalttätigen. 6Auf diesem Berg wird der Vater der himmlischen Heerscharen allen Völkern ein Festmahl bereiten mit fetten Speisen, ein Festmahl mit altem Wein—das Feinste an Fleisch und das Beste an lang gelagerten Weinen. 7Und auf diesem Berg wird er das Leichentuch verschlingen, das alle Völker umhüllt, die Decke, die über alle Nationen gebreitet ist. 8Er wird den Tod für immer verschlingen; und der allmächtige Vater wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen, und er wird die Schmach seines Volkes hinwegnehmen von der ganzen Erde—denn unser Vater hat gesprochen. a a v8 Paulus wendet diesen Vers auf Jesu Auferstehungssieg an — „Der Tod ist verschlungen in den Sieg“ (1. Korinther 15,54). Die Verheißung des Vaters findet hier ihre Erfüllung im leeren Grab; der Tag, an dem unser Vater jede Träne abwischt, wird durch den Sohn eröffnet, der den Tod besiegt hat.
9Und an jenem Tag wird man sagen: „Siehe, das ist unser Vater; wir haben auf ihn gewartet, und er hat uns gerettet. Das ist der Vater; wir haben auf ihn gewartet—lasst uns jubeln und uns freuen über sein Heil.“ 10Denn die Hand unseres Vaters wird auf diesem Berg ruhen, aber Moab wird an seinem Ort zertreten werden, wie Stroh in einer Mistgrube zertreten wird. b b v10 Moab war eine alte Nation östlich des Jordan, ein langjähriger Feind Israels, hier gebraucht als Sinnbild für alle, die sich Gott widersetzen. 11Er wird seine Hände inmitten Moabs ausbreiten, wie ein Schwimmer seine Hände ausbreitet, um zu schwimmen, aber er wird ihren Stolz niederwerfen samt der Arglist ihrer Hände. 12Die hohen Mauern deiner Festung wird er niederreißen, niederwerfen und zu Boden stürzen, in den Staub.