Ephraim weidet sich am Wind
Eine Geschichtslektion, die als Rechtsstreit unseres Vaters dient. Jakob griff die Ferse seines Bruders und rang in Bethel; seine Nachkommen jagen jetzt dem Ostwind nach, schließen Bündnisse mit Assyrien und benutzen falsche Waagen, während sie darauf beharren, dass niemand irgendeine Schuld an ihnen finden kann. Kehr um, halte an Liebe und Recht fest, warte.
12 1Ephraim weidet sich am Wind und jagt den ganzen Tag dem Ostwind nach; sie häufen Lüge und Gewalt auf. Sie schließen einen Bund mit Assur, und ihr Öl wird nach Ägypten fortgetragen. 2Unser Vater hat einen Rechtsstreit mit Juda, und er wird Jakob für seine Wege zur Rechenschaft ziehen; nach seinen Taten wird er ihm vergelten. 3Im Mutterleib hielt er die Ferse seines Bruders, und in seiner Kraft rang er mit unserem Vater. 4Er rang mit dem Boten und siegte; er weinte und flehte um seine Gnade. In Bethel fand er ihn, und dort redete er mit uns. 5Der Vater der Heerscharen des Himmels—unser Vater ist der Name, mit dem man seiner gedenkt. 6Du aber—kehre um zu deinem Vater; halte fest an Bundesliebe und Recht und harre beständig auf deinen Vater.
7Ein Kaufmann mit falscher Waage in seiner Hand—er liebt es zu unterdrücken. 8Ephraim sagt: „Ach, ich bin doch reich geworden; ich habe mir Reichtum verschafft. Bei all meiner Mühe wird man keine Schuld an mir finden—nichts, was wirklich Sünde wäre.“
9„Ich aber bin dein Vater, der dich aus dem Land Ägypten herausgeführt hat; ich will dich wieder in Zelten wohnen lassen wie in den Tagen des festgesetzten Festes. a a v9 Das festgesetzte Fest ist Sukkot (das Laubhüttenfest), an dem Israel in vorübergehenden Zelten oder Hütten wohnte, um sich an die Jahre in der Wüste zu erinnern. 10Ich redete zu den Propheten; ich war es, der die Visionen mehrte, und durch die Propheten gab ich Gleichnisse.“
11Ist Gilead Frevel, so sind sie zunichte geworden; in Gilgal opfern sie Stiere—auch ihre Altäre sind wie Steinhaufen auf den Furchen des Feldes. 12Jakob floh in das Land Aram; dort diente Israel um eine Frau, und um eine Frau hütete er Schafe. 13Durch einen Propheten führte unser Vater Israel aus Ägypten herauf, und durch einen Propheten wurde es behütet. 14Ephraim hat bittere Kränkung erregt; darum wird sein herrschender Vater seine Blutschuld auf ihm lassen und ihm seine Verachtung vergelten.