Der Vater sammelt seine zerstreuten Kinder heim
Das Volk irrt umher wie Schafe, weil seine Hirten und seine Hausgötzen ihm nichts geben. Unser Vater sagt, sein Zorn brennt gegen jene Hirten; er wird seine zerstreuten Kinder herbeipfeifen, sie aus Ägypten und Assyrien heimbringen und ihnen antworten, denn er ist ihr Vater.
10 1Bittet unseren Vater um Regen zur Zeit des Spätregens—unseren Vater, der die Gewitterwolken macht; er gibt ihnen Regenschauer, einem jeden das grüne Gewächs des Feldes.
2Denn die Hausgötzen reden Nichtiges, und die Wahrsager schauen Lüge; sie erzählen falsche Träume und geben wertlosen Trost. Darum irren die Leute umher wie Schafe; sie sind geplagt, weil kein Hirte da ist.
3„Mein Zorn ist entbrannt gegen die Hirten, und ich werde die Anführer der Herde strafen; denn der Vater der himmlischen Heerscharen hat sich seiner Herde angenommen, des Hauses Juda, und wird sie machen wie sein prächtiges Ross im Kampf. 4Von ihm wird der Eckstein kommen, von ihm der Zeltpflock, von ihm der Kriegsbogen, von ihm jeder Herrscher zumal. a a v4 Der Eckstein, der Zeltpflock, an dem alles Gewicht hängt, der Herrscher, der aus Juda kommt — das Neue Testament nennt ihn Jesus, auf dem unser Vater sein Volk baut. 5Zusammen werden sie sein wie mächtige Krieger, die den Schlamm der Straßen zertreten im Kampf. Sie werden kämpfen, denn unser Vater ist mit ihnen, und die Reiter auf Rossen werden zuschanden.
6„Ich will das Haus Juda stärken, und ich will das Haus Josef retten. Ich will sie heimbringen, denn mein Herz wendet sich ihnen zu, und sie werden sein, als hätte ich sie nie verworfen; denn ich bin ihr Vater, und ich will sie erhören. 7Dann wird Ephraim sein wie ein mächtiger Krieger, und ihr Herz wird fröhlich sein wie vom Wein. Ihre Kinder werden es sehen und sich freuen; ihr Herz wird über unseren Vater frohlocken. 8‚Ich will ihnen pfeifen und sie sammeln, denn ich habe sie erlöst, und sie werden so zahlreich sein, wie sie einst waren. 9Wenn ich sie auch unter die Völker zerstreue, so werden sie in fernen Ländern an mich denken; sie werden leben samt ihren Kindern und werden zurückkehren. 10Ich will sie heimbringen aus dem Land Ägypten und sie aus Assyrien sammeln; ich will sie in das Land Gilead und Libanon bringen, bis kein Raum mehr für sie da ist. 11Sie werden durch das Meer der Not ziehen; er wird die Wellen des Meeres schlagen, und alle Tiefen des Nils werden vertrocknen. Der Stolz Assyriens wird gebeugt, und das Zepter Ägyptens wird vergehen.‘ 12Ich will sie stark machen in mir, und in meinem Namen werden sie wandeln, spricht unser Vater.“