Der Vater entlarvt einen falschen Propheten
Hananja verkündet öffentlich, dass Babels Joch binnen zwei Jahren zerbricht, und bricht Jeremias Jochstange entzwei, um es zu beweisen. Jeremia antwortet Amen, kehrt dann zurück mit dem eisernen Joch unseres Vaters anstelle des hölzernen und sagt Hananja, dass er sterben wird, weil er das Volk gelehrt hat, einer Lüge zu vertrauen. Er stirbt.
28 1In jenem Jahr, am Anfang der Regierung Zedekias, des Königs von Juda, im vierten Jahr, im fünften Monat, sprach der Prophet Hananja, der Sohn Assurs, aus Gibeon zu mir im Haus unseres Vaters, vor den Priestern und dem ganzen Volk: 2„So spricht der HERR der himmlischen Heerscharen, der Gott Israels: Ich habe das Joch des Königs von Babel zerbrochen. 3Binnen zwei Jahren bringe ich an diesen Ort alle Geräte des Hauses des HERRN zurück, die Nebukadnezar, der König von Babel, von hier nach Babel weggenommen hat. 4Auch Jechonja, den Sohn Jojakims, den König von Juda, und alle Weggeführten aus Juda, die nach Babel gekommen sind, will ich an diesen Ort zurückbringen, spricht der HERR; denn ich werde das Joch des Königs von Babel zerbrechen.“
5Da antwortete der Prophet Jeremia dem Propheten Hananja vor den Priestern und dem ganzen Volk, das im Haus unseres Vaters stand. 6Der Prophet Jeremia sprach: „Amen! Das tue unser Vater. Er bestätige die Worte, die du geweissagt hast, indem er die Geräte des Hauses unseres Vaters und alle Weggeführten aus Babel an diesen Ort zurückbringt. 7Doch höre nun dieses Wort, das ich zu dir und zu diesem ganzen Volk rede: 8Die Propheten, die vor uns gewesen sind, haben von alters her über viele Länder und große Königreiche geweissagt von Krieg, Unheil und Pest. 9Der Prophet aber, der Frieden weissagt, erweist sich erst dann als wahrhaftig von unserem Vater gesandt, wenn sein Wort eintrifft.“
10Da nahm der Prophet Hananja die Jochstange vom Nacken des Propheten Jeremia und zerbrach sie, 11und Hananja sprach vor dem ganzen Volk: „So spricht der HERR: Ebenso will ich das Joch Nebukadnezars, des Königs von Babel, binnen zwei Jahren vom Nacken aller Völker zerbrechen.“ Und der Prophet Jeremia ging seines Weges.
12Nachdem aber Hananja die Jochstange vom Nacken des Propheten Jeremia zerbrochen hatte, kam das Wort unseres Vaters zu Jeremia:
13„Geh und sage zu Hananja: So spricht unser Vater: Du hast hölzerne Jochstangen zerbrochen, aber du wirst an ihrer Stelle eiserne machen. 14Denn so spricht der Vater der himmlischen Heerscharen, unser Vater Israels: Ich habe ein eisernes Joch auf den Nacken all dieser Völker gelegt, dass sie Nebukadnezar, dem König von Babel, dienen sollen, und sie werden ihm dienen. Sogar die wilden Tiere habe ich ihm gegeben.“
15Und der Prophet Jeremia sprach zum Propheten Hananja: „Höre doch, Hananja! Unser Vater hat dich nicht gesandt; du aber hast bewirkt, dass dieses Volk auf Lügen vertraut. 16Darum spricht unser Vater: Siehe, ich nehme dich weg von der Erde; noch in diesem Jahr wirst du sterben, weil du Abfall von unserem Vater gepredigt hast.“
17Und der Prophet Hananja starb in demselben Jahr, im siebten Monat.