Das Feuer, das niemand zähmen kann
Lehrer erwartet ein strengeres Urteil, und der Grund ist die Zunge: ein Steuerruder, ein Funke, ein Gift, das niemand zähmt. Derselbe Mund lobt unseren Vater und verflucht Menschen, die ihm ähnlich gemacht sind. Echte Weisheit zeigt sich in friedfertigem, barmherzigem Verhalten, nicht in bitterem Ehrgeiz.
3 1Meine Brüder und Schwestern, nicht viele von euch sollen Lehrer werden, denn wir Lehrer werden ein strengeres Urteil empfangen. 2Denn wir alle straucheln in vielerlei Weise. Wer im Reden niemals strauchelt, der ist ein reifer Mann, fähig, auch seinen ganzen Leib zu beherrschen. 3Wenn wir den Pferden Zäume ins Maul legen, damit sie uns gehorchen, so lenken wir auch ihren ganzen Leib. 4Betrachtet auch die Schiffe: So groß sie sind und von starken Winden getrieben, sie werden doch von einem winzigen Ruder dorthin gelenkt, wohin der Steuermann will. 5So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich doch großer Dinge. Seht, wie ein kleines Feuer einen großen Wald in Brand setzt! 6Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt der Ungerechtigkeit, gesetzt mitten unter die Glieder unseres Leibes. Sie befleckt den ganzen Leib, setzt den ganzen Lauf des Lebens in Brand und wird selbst von der Hölle in Brand gesetzt. a a v6 Gehenna war das Tal Hinnom außerhalb Jerusalems, ein Ort brennenden Unrats, der zum Bild des endgültigen Gerichts wurde — hier die Hölle selbst. 7Jede Art von Tieren, Vögeln, Kriechtieren und Meeresgeschöpfen wird gezähmt und ist vom Menschen gezähmt worden, 8doch die Zunge kann kein Mensch zähmen. Sie ist ein ruheloses Übel, voll tödlichen Giftes. 9Mit ihr preisen wir unseren Vater; mit ihr verfluchen wir Menschen, die nach dem Bild unseres Vaters geschaffen sind. 10Aus demselben Mund kommen Segen und Fluch. Meine Brüder und Schwestern, das soll nicht so sein. 11Lässt etwa eine Quelle aus derselben Öffnung frisches und bitteres Wasser hervorsprudeln? 12Kann denn, meine Brüder und Schwestern, ein Feigenbaum Oliven tragen oder ein Weinstock Feigen? Ebenso wenig kann eine salzige Quelle frisches Wasser geben.
Weisheit von oben
13Wer ist weise und verständig unter euch? Der zeige seine Werke durch einen guten Wandel, in der Demut, die aus der Weisheit kommt. 14Wenn ihr aber bittere Eifersucht und selbstsüchtigen Ehrgeiz in eurem Herzen hegt, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit. 15Das ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern eine irdische, unseelische, dämonische. 16Denn wo Eifersucht und selbstsüchtiger Ehrgeiz sind, da ist Unordnung und jede schändliche Tat. 17Die Weisheit von oben aber ist zuerst rein, dann friedliebend, sanftmütig, willig, voll Erbarmen und guter Früchte, unparteiisch, aufrichtig. 18Und die Frucht der Gerechtigkeit wird in Frieden gesät von denen, die Frieden stiften.