Wehe dem Verwüster
Ein Verräter, der selbst nie verraten wurde, kommt an die Reihe. Straßen liegen leer, Verträge sind gebrochen, und selbst die Gottlosen in Zion fragen, wer bei verzehrendem Feuer leben kann. Die Antwort ist gewöhnliche Redlichkeit: das Bestechungsgeld ausschlagen, die Augen vor Blutschuld verschließen. Ihr Vater ist Richter und König.
33 1Wehe dir, Verwüster, der du nicht verwüstet worden bist; du Verräter, den niemand verraten hat! Wenn du mit dem Verwüsten fertig bist, wirst du verwüstet werden; wenn du aufhörst zu verraten, wirst du verraten werden.
2Unser Vater, sei uns gnädig; auf dich harren wir. Sei unsere Stärke an jedem Morgen, unser Heil in der Zeit der Not. 3Beim Donner deiner Stimme fliehen die Völker; wenn du dich erhebst, zerstreuen sich die Nationen. 4Eure Beute wird eingesammelt, wie die Heuschrecke einsammelt; wie schwärmende Heuschrecken stürzt man sich darauf.
5Unser Vater ist erhaben, denn er wohnt in der Höhe; er hat Zion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllt. 6Er wird der sichere Grund deiner Zeiten sein, eine Fülle von Heil, Weisheit und Erkenntnis; die Furcht unseres Vaters ist Zions Schatz.
7Siehe, ihre Tapferen schreien auf den Gassen; die Boten des Friedens weinen bitterlich. 8Die Straßen liegen verödet; kein Wanderer ist mehr auf dem Weg. Der Bund ist gebrochen, seine Städte sind verachtet, niemand wird geachtet. 9Das Land trauert und verschmachtet; der Libanon steht beschämt und verwelkt; Scharon ist wie die Wüste geworden, und Baschan und Karmel schütteln ihr Laub ab.
10„Nun will ich mich erheben“, spricht unser Vater, „nun will ich erhaben sein, nun will ich mich emporrichten. 11Ihr geht schwanger mit Spreu, ihr gebärt Stoppeln; euer Atem ist ein Feuer, das euch verzehren wird. 12Die Völker werden zu Asche verbrannt, wie abgehauene Dornen, die man in Brand steckt. 13Hört, ihr, die ihr ferne seid, was ich getan habe; und ihr, die ihr nahe seid, erkennt meine Macht.“
14Die Sünder in Zion sind erschrocken; Zittern hat die Gottlosen ergriffen: „Wer unter uns kann bei dem verzehrenden Feuer wohnen? Wer unter uns kann bei den ewigen Flammen wohnen?“ 15Wer in Gerechtigkeit wandelt und redet, was recht ist, wer Gewinn aus Erpressung verschmäht und seine Hand davor bewahrt, Bestechung anzunehmen, wer seine Ohren verstopft vor Plänen des Blutvergießens und seine Augen verschließt vor dem Bösen, 16der wird auf den Höhen wohnen, dessen Zuflucht die Bergfesten sein werden; sein Brot wird ihm gegeben, und sein Wasser wird nicht versiegen.
17Deine Augen werden den König in seiner Schönheit schauen; sie werden ein Land sehen, das sich weithin erstreckt. 18Dein Herz wird über den früheren Schrecken nachsinnen: „Wo ist der, der zählte? Wo ist der, der den Tribut wog? Wo ist der, der die Türme zählte?“ 19Du wirst jenes freche Volk nicht mehr sehen, ein Volk, dessen Rede zu fremd ist, um ihr zu folgen, das in einer Zunge stammelt, die du nicht verstehen kannst.
20Schau auf Zion, die Stadt unserer Festtage! Deine Augen werden Jerusalem sehen, eine friedliche Wohnstatt, ein Zelt, das nicht abgebrochen wird, dessen Pflöcke niemals herausgezogen und dessen Seile niemals zerreißen werden. 21Doch dort wird unser Vater in seiner Herrlichkeit für uns ein Ort breiter Ströme und Flüsse sein, wo kein Ruderboot fahren und kein mächtiges Schiff hindurchziehen kann. 22Denn unser Vater ist unser Richter, unser Vater ist unser Gesetzgeber, unser Vater ist unser König; er wird uns retten.
23Deine Taue hängen lose: sie können den Mast nicht halten und das Segel nicht ausgebreitet halten. Dann wird eine Fülle von Beute geteilt, und selbst die Lahmen werden Raub davontragen. 24Und keiner, der in Zion wohnt, wird sagen: „Ich bin krank“; dem Volk, das dort wohnt, wird seine Sünde vergeben sein.