Zuflucht für die Vertriebenen
Moabs Flüchtlinge flattern wie ein aufgestörtes Nest und werden aufgefordert, im Schatten Zions Zuflucht zu suchen, während ihnen ein Thron der Bundesliebe hingehalten wird. Doch Moabs Stolz ist leeres Prahlen, und seine Gebete auf der Opferhöhe werden nichts erreichen. Unser Vater hat gesprochen; der Prophet weint dennoch.
16 1Sendet die Lämmer dem Herrscher des Landes, von Sela durch die Wüste zum Berg der Tochter Zion. 2Wie flatternde Vögel, wie ein aufgescheuchtes Nest, so sind die Töchter Moabs an den Furten des Arnon. 3Gib Rat; schaffe Recht; mache deinen Schatten wie die Nacht am hellen Mittag. Verbirg die Vertriebenen; verrate die Flüchtlinge nicht. 4Lass meine Vertriebenen bei dir wohnen, Moab; sei ihnen eine Zuflucht vor dem Verwüster. Wenn der Bedränger nicht mehr ist und die Verwüstung aufgehört hat und die Zertreter aus dem Land verschwunden sind, 5dann wird ein Thron gegründet in beständiger Liebe, und auf ihm wird sitzen in Treue, im Zelt Davids, einer, der richtet und das Recht sucht und eilends Gerechtigkeit übt. 6Wir haben gehört von Moabs Stolz — wie überaus stolz er ist — von seinem Hochmut, seinem Stolz und seiner Wut; sein Prahlen ist nichtig. 7Darum soll Moab um Moab klagen; ein jeder soll klagen. Trauert, zutiefst geschlagen, um die Rosinenkuchen von Kir-Hareset. 8Denn die Felder von Heschbon verwelken und der Weinstock von Sibma; die Herrscher der Völker haben seine edlen Reben zerschlagen, die bis nach Jaser reichten und sich in die Wüste verirrten; seine Ranken breiteten sich aus und zogen über das Meer. 9Darum weine ich mit dem Weinen von Jaser um den Weinstock von Sibma; ich tränke dich mit meinen Tränen, Heschbon und Elale, denn über deine Sommerfrüchte und deine Ernte ist das Kriegsgeschrei gefallen. 10Freude und Frohsinn sind vom fruchtbaren Feld genommen, und in den Weinbergen wird nicht gesungen, kein Jubel erhoben. Niemand tritt Wein in den Keltern; ich habe dem Jauchzen ein Ende gemacht. 11Darum stöhnt mein Herz wie eine Leier um Moab, mein Innerstes um Kir-Heres. a a v11 Das Herz unseres Vaters stöhnt sogar über Moab — sein Schmerz erreicht jedes Volk, das sein Gericht berührt. 12Und wenn Moab sich zeigt, wenn er sich abmüht auf der Höhe und in sein Heiligtum kommt, um zu beten, so wird er nichts ausrichten. b b v12 Eine „Höhe“ war ein Bergheiligtum, das für heidnischen Gottesdienst und Opfer genutzt wurde.
13Dies ist das Wort, das unser Vater vorzeiten über Moab gesprochen hat.
14Nun aber hat unser Vater gesprochen: „In drei Jahren, wie die Jahre eines Tagelöhners, wird die Herrlichkeit Moabs verachtet werden, trotz all seiner großen Menge; und der Rest wird sehr klein und ohnmächtig sein.“