Moab fällt in einer Nacht
Moab wird in einer einzigen Nacht zerstört, und das Kapitel ist vor allem der Klang davon — geschorene Köpfe, Weinen auf den Dächern, Flüchtlinge, die weinend die Straße hinaufziehen. Das Herz des Propheten selbst schreit um Moab. Keine Rettung wird angeboten; noch mehr wird angekündigt.
15 1Ein Ausspruch über Moab. In einer Nacht wird Ar-Moab verwüstet, vernichtet; in einer Nacht wird Kir-Moab verwüstet, vernichtet. 2Man steigt hinauf zum Tempel und nach Dibon, zu den Höhen, um zu weinen; über Nebo und über Medeba wehklagt Moab. Jedes Haupt ist kahl geschoren, jeder Bart abgeschnitten. 3Auf seinen Gassen legen sie Trauergewänder an; auf seinen Dächern und auf seinen Plätzen wehklagt ein jeder und zerfließt in Tränen. 4Heschbon und Elale schreien; ihre Stimme hört man bis nach Jahaz. Darum schreien die Gerüsteten Moabs laut; seine Seele erbebt in ihm. 5Mein Herz schreit um Moab; seine Flüchtlinge fliehen bis nach Zoar, nach Eglat-Schelischija. Die Steige von Luhith steigen sie weinend hinauf; auf dem Weg nach Horonajim erheben sie ein Geschrei über den Untergang. a a v5 Noch während das Gericht hereinbricht, schreit das eigene Herz unseres Vaters um Moab — sein Kummer reicht hin zu einem Volk außerhalb Israels, denn er sehnt sich auch nach ihnen. 6Die Wasser von Nimrim sind vertrocknet; das Gras ist verdorrt, das junge Grün dahin, nichts Grünes bleibt. 7Darum tragen sie über den Weidenbach hinüber, was sie erworben und aufgespeichert haben. 8Denn das Geschrei geht rings um das Gebiet Moabs; sein Wehklagen reicht bis nach Eglaim, sein Wehklagen bis nach Beer-Elim.
9Die Wasser von Dimon sind voll Blut, und doch bringe ich noch mehr über Dimon — einen Löwen über die Entronnenen Moabs, über die, die im Land übrig bleiben.