Unser Vater bringt seine Klage vor
Unser Vater führt einen Rechtsfall: keine Treue, keine Erkenntnis von ihm, und das Land selbst trauert darüber. Am schlechtesten kommen die Priester weg, denn sie nähren sich von der Sünde des Volkes. Das Urteil wiederholt, dass sein Volk aus Mangel an Erkenntnis zugrunde geht, und wie das Volk, so der Priester.
4 1Hört das Wort unseres Vaters, ihr Kinder Israels, denn er hat eine Klage gegen die Bewohner des Landes: Es gibt keine Treue, keine Bundesliebe und keine Erkenntnis von ihm im Land. a a v1 Unser Vater bringt eine Bundesklage gegen sein Volk vor — nicht als ferner Richter, sondern als verwundeter Vater, der die Treue, die Liebe und die Erkenntnis von ihm benennt, die sie verloren haben. 2Da ist nur Schwören und Lügen, Morden und Stehlen und Ehebrechen; sie brechen alle Schranken, und Bluttat folgt auf Bluttat. 3Darum trauert das Land, und alle, die darin wohnen, verschmachten, samt den wilden Tieren und den Vögeln des Himmels; sogar die Fische im Meer werden hinweggerafft.
4Doch niemand soll anklagen, niemand soll Schuld zuweisen, denn dein Volk ist wie die, die mit dem Priester streiten. b b v4 Mit dem Priester zu streiten bedeutete, den zu verwerfen, der dazu bestimmt war, das Volk vor Gott zu vertreten — der Gipfel des Trotzes. 5Du strauchelst am Tag, und der Prophet strauchelt mit dir bei Nacht; und ich werde deine Mutter vernichten. 6Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis. Weil du die Erkenntnis verworfen hast, verwerfe ich dich als meinen Priester; weil du das Gesetz deines Vaters vergessen hast, will auch ich deine Kinder vergessen. 7Je mehr sie wurden, desto mehr sündigten sie gegen mich; ich werde ihre Herrlichkeit in Schande verwandeln.
8Sie nähren sich von der Sünde meines Volkes und richten ihr Herz auf ihr Unrecht. 9So wird es sein: wie das Volk, so der Priester. Ich werde sie für ihre Wege strafen und ihnen ihre Taten vergelten. 10Sie werden essen, aber nicht satt werden; sie werden sich der Hurerei hingeben, aber sich nicht mehren, denn sie haben unseren Vater verlassen und seine Wege aufgegeben. 11Hurerei, Wein und Most nehmen den Verstand.
12Mein Volk befragt ein Stück Holz, und sein Stab gibt ihm Auskunft; denn ein Geist der Hurerei hat sie in die Irre geführt, und sie haben Hurerei getrieben und ihren Vater verlassen. 13Sie opfern auf den Berggipfeln und bringen Rauchopfer dar auf den Hügeln, unter Eiche, Pappel und Terebinthe, weil ihr Schatten angenehm ist. Darum treiben eure Töchter Hurerei und eure Bräute Ehebruch. 14Ich werde eure Töchter nicht strafen, wenn sie Hurerei treiben, noch eure Bräute, wenn sie Ehebruch begehen; denn die Männer selbst gehen mit Huren beiseite und opfern mit den Tempeldirnen — ein Volk ohne Einsicht geht zugrunde.
15Wenn du, Israel, auch Hurerei treibst, so soll Juda nicht schuldig werden. Geht nicht nach Gilgal; zieht nicht hinauf nach Bet-Awen; und schwört nicht: „So wahr unser Vater lebt.“ c c v15 Bet-Awen (‚Haus der Bosheit‘) ist Hoseas spöttischer Beiname für Bethel, das Hauptheiligtum des Nordreichs. 16Israel ist störrisch wie eine störrische Kuh. Kann unser Vater sie nun weiden wie ein Lamm auf weiter Flur? 17Ephraim ist an die Götzen gebunden; lass ihn allein. 18Ist ihr Trunk zu Ende, geben sie sich der Hurerei hin; ihre Herrscher lieben die Schande innig. 19Ein Wind hat sie in seine Flügel gehüllt, und sie werden zuschanden werden wegen ihrer Altäre.