Lauft den Wettkampf und schaut auf Jesus
Während diese Menge zusieht: lauft. Not wird neu gedeutet als die Erziehung unseres Vaters, jetzt schmerzhaft und später fruchtbar. Esau, der sein Erstgeburtsrecht für eine einzige Mahlzeit hergab und es nicht mehr rückgängig machen konnte, ist die Warnung. Sie sind nicht zu einem furchterregenden Berg gekommen, sondern zum Berg Zion.
12 1Da wir nun eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so hartnäckig umklammert, und lasst uns mit Ausdauer den Wettkampf laufen, der vor uns liegt. 2Und lasst uns aufschauen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens, der um der Freude willen, die vor ihm lag, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones unseres Vaters. 3Bedenkt, wie er so großen Widerstand von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert.
4In eurem Kampf gegen die Sünde habt ihr noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet. 5Und habt ihr das Trostwort vergessen, das zu euch als zu Söhnen redet? „Mein Sohn, verachte nicht die Zucht unseres Vaters, und verliere nicht den Mut, wenn er dich zurechtweist. a a v5 Der Hebräerbrief zitiert die Sprüche, um zu zeigen, dass die Zucht unseres Vaters das unverkennbare Zeichen seiner Liebe ist — er erzieht seine Söhne und Töchter als Vater, niemals als ferner Richter. 6Denn unser Vater züchtigt den, den er liebt, und schlägt jeden Sohn, den er annimmt.“
7Zur Zucht müsst ihr das ertragen. Unser Vater behandelt euch als Söhne; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? 8Wenn euch aber die Zucht fehlt, die doch alle erfahren haben, dann seid ihr unecht und keine Söhne. 9Und dann: Wir hatten leibliche Väter, die uns züchtigten, und wir achteten sie. Sollten wir uns nicht viel mehr dem Vater der Geister unterordnen und leben? 10Jene haben uns für kurze Zeit gezüchtigt, wie es ihnen richtig schien; er aber tut es zu unserem Besten, damit wir Anteil an seiner Heiligkeit bekommen. 11Jede Zucht aber scheint uns für den Augenblick nicht Freude, sondern Schmerz zu sein; danach aber bringt sie denen, die dadurch geübt sind, die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit. 12Darum richtet die erschlafften Hände und die schwachen Knie wieder auf, 13und macht gerade Bahnen für eure Füße, damit das lahme Glied nicht ausgerenkt, sondern vielmehr geheilt werde.
Strebt nach Frieden und Heiligkeit
14Strebt nach Frieden mit jedermann und nach der Heiligkeit, ohne die niemand unseren Vater sehen wird. 15Seht darauf, dass niemand die Gnade unseres Vaters versäume, dass nicht eine bittere Wurzel aufwachse und Unheil anrichte und viele dadurch unrein werden, 16dass niemand unzüchtig sei oder gottlos wie Esau, der um einer einzigen Mahlzeit willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte. 17Ihr wisst ja, dass er danach, als er den Segen erben wollte, verworfen wurde; denn er fand keine Möglichkeit, die Entscheidung rückgängig zu machen, obwohl er den Segen unter Tränen suchte. b b v17 Esau tauschte sein Erstgeburtsrecht gegen eine einzige Mahlzeit (1. Mose 25) und konnte später den Segen seines Vaters nicht mehr zurückgewinnen, obwohl er darum weinte (1. Mose 27,34–38).
18Denn ihr seid nicht gekommen zu dem, was man anfassen kann, und zu loderndem Feuer und zu Finsternis und Dunkel und Sturm 19und zum Schall der Posaune und zur Stimme der Worte, bei der die Hörer baten, dass ihnen nichts mehr gesagt werde. 20Denn sie konnten das Gebot nicht ertragen: „Wenn auch nur ein Tier den Berg berührt, soll es gesteinigt werden.“ 21Ja, so schrecklich war die Erscheinung, dass Mose sprach: „Ich bin voll Furcht und Zittern.“
22Ihr aber seid gekommen zum Berg Zion, zur Stadt des lebendigen Vaters, dem himmlischen Jerusalem, und zu unzähligen Engeln in festlicher Versammlung, 23und zur Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu unserem Vater, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten, 24und zu Jesus, dem Mittler eines neuen Bundes, und zu dem Blut der Besprengung, das Besseres redet als das Blut Abels.
25Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der redet. Denn wenn jene nicht entronnen sind, die den abwiesen, der sie auf Erden warnte, wie viel weniger wir, wenn wir uns von dem abwenden, der vom Himmel her warnt.
26Damals erschütterte seine Stimme die Erde; jetzt aber hat er verheißen: „Noch einmal werde ich nicht nur die Erde erschüttern, sondern auch den Himmel.“ c c v26 Zitiert aus Haggai 2,6 — die Verheißung unseres Vaters von einer letzten, größeren Erschütterung der ganzen Schöpfung.
27Das Wort „Noch einmal“ zeigt an, dass das Erschütterte weggenommen werden soll — das heißt das Geschaffene —, damit das Unerschütterliche bleibe. 28Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns dankbar sein und unserem Vater wohlgefälligen Gottesdienst darbringen, mit Ehrfurcht und Scheu, 29denn unser Vater ist ein verzehrendes Feuer.