Ein Klagelied über die Fürsten Israels
Ein Klagelied auf Judas Könige, erzählt als eine Löwin, deren beide Jungen gefangen und in einen Käfig gesperrt werden, und als ein Weinstock, der entwurzelt und verbrannt wird, bis kein Zweig mehr stark genug für ein Zepter ist. Am Ende wird nichts verheißen. Es bleibt eine Klage.
19 1„Du aber, stimme ein Klagelied an über die Fürsten Israels 2und sprich: Was war deine Mutter? Eine Löwin. Unter den Löwen lag sie, unter den jungen Löwen zog sie ihre Jungen groß. a a v2 Die Löwin ist das Königshaus Juda, und ihre Jungen sind ihre Könige — dieses ganze Kapitel ist ein Trauerlied, das den Fall der letzten Herrscher Judas vor Augen malt. 3Sie zog eines ihrer Jungen groß, und es wurde ein junger Löwe. Er lernte, Beute zu reißen; er fraß Menschen. 4Die Völker hörten von ihm; er wurde in ihrer Grube gefangen, und sie führten ihn mit Haken fort in das Land Ägypten. 5Als sie sah, dass sie vergeblich gewartet hatte, dass ihre Hoffnung verloren war, nahm sie ein anderes ihrer Jungen und machte es zu einem jungen Löwen. 6Er ging umher unter den Löwen; er wurde ein junger Löwe. Er lernte, Beute zu reißen; er fraß Menschen. 7Er brach ihre Festungen nieder und verwüstete ihre Städte. Das Land und alle, die darin wohnten, erschraken vor dem Klang seines Brüllens. 8Da stellten sich die Völker gegen ihn aus allen umliegenden Gebieten; sie breiteten ihr Netz über ihn aus, und er wurde in ihrer Grube gefangen. 9Mit Haken setzten sie ihn in einen Käfig und brachten ihn zum König von Babel. Sie brachten ihn in die Festungen, damit seine Stimme nicht mehr auf den Bergen Israels gehört würde. 10Deine Mutter war wie ein Weinstock in deinem Weinberg, gepflanzt am Wasser, fruchtbar und voller Ranken durch das reichliche Wasser. 11Er hatte starke Zweige, geeignet für Herrscherzepter. Er ragte hoch empor zwischen dem dichten Gezweig und war sichtbar durch seine Höhe inmitten der Menge seiner Ranken. 12Doch er wurde im Grimm ausgerissen und zu Boden geworfen; der Ostwind trocknete seine Frucht aus. Seine starken Zweige wurden abgerissen und verdorrten; das Feuer verzehrte sie. 13Nun ist er gepflanzt in der Wüste, in einem dürren und durstigen Land. 14Feuer ist ausgegangen von seinem Stamm und hat seine Zweige und seine Frucht verzehrt, sodass kein starker Zweig mehr an ihm ist, kein Zepter zum Herrschen. Das ist ein Klagelied, und es ist zu einem Klagelied geworden.“ b b v14 Die Schlusszeile bedeutet, dass dieses Gedicht, als Prophetie geschrieben, nun eingetroffen ist und als wirkliches Trauerlied gesungen wird.