Ein König verlangt Anbetung
Ein dreißig Meter hohes goldenes Standbild und ein Orchester machen die Anbetung zur Pflicht. Drei Judäer weigern sich und geben dem König die Antwort, die am meisten kostet: Unser Vater kann uns retten, aber selbst wenn er es nicht tut, werden wir uns nicht beugen. Eine vierte Gestalt geht mit ihnen im Feuer.
3 1König Nebukadnezar ließ ein goldenes Standbild machen, etwa dreißig Meter hoch und drei Meter breit, und stellte es in der Ebene Dura in der Provinz Babel auf. 2Und König Nebukadnezar sandte aus, um die Satrapen, Vorsteher, Statthalter, Räte, Schatzmeister, Richter, Amtleute und alle Beamten der Provinzen zusammenzurufen, damit sie zur Einweihung des Bildes kämen, das er aufgestellt hatte. 3Da versammelten sich die Satrapen, Vorsteher, Statthalter, Räte, Schatzmeister, Richter, Amtleute und alle Beamten der Provinzen zur Einweihung des Standbildes, das König Nebukadnezar aufgestellt hatte, und traten vor das Bild, das Nebukadnezar aufgestellt hatte.
4Und der Herold rief mit lauter Stimme: „Euch, ihr Völker, Nationen und Sprachen, wird geboten: 5Sobald ihr den Klang von Horn, Flöte, Zither, Harfe, Laute, Sackpfeife und aller Art von Musik hört, sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, das König Nebukadnezar aufgestellt hat. 6Wer aber nicht niederfällt und anbetet, der soll augenblicklich in den brennenden Feuerofen geworfen werden.“
7Sobald nun alle Völker den Klang von Horn, Flöte, Zither, Harfe, Laute und jeder Art von Musik hörten, fielen alle Völker, Nationen und Sprachen nieder und beteten das goldene Bild an, das König Nebukadnezar aufgestellt hatte.
8Zu jener Zeit traten einige Sterndeuter herzu und verklagten die Juden boshaft. 9Sie sprachen zu König Nebukadnezar: „König, mögest du ewig leben! 10Du, König, hast den Befehl gegeben: Wer den Klang von Horn, Flöte, Zither, Harfe, Laute, Sackpfeife und aller Art von Musik hört, der soll niederfallen und das goldene Bild anbeten, 11und wer nicht niederfällt und anbetet, der soll in den brennenden Feuerofen geworfen werden. 12Nun sind da einige Juden, die du über die Provinz Babel gesetzt hast — Schadrach, Meschach und Abed-Nego —, die achten nicht auf dich, König. Sie dienen deinen Göttern nicht und beten das goldene Standbild nicht an, das du aufgestellt hast.“
13Da befahl Nebukadnezar voller Zorn, Schadrach, Meschach und Abed-Nego herbeizubringen; und man brachte diese Männer vor den König. 14Nebukadnezar sprach: „Schadrach, Meschach, Abed-Nego, ist es wahr, dass ihr meinen Göttern nicht dient und das goldene Standbild nicht anbetet, das ich aufgestellt habe? 15Nun denn, wenn ihr bereit seid — sobald der Klang von Horn, Flöte, Zither, Harfe, Laute, Sackpfeife und jeder Art von Musik erschallt, niederzufallen und das Bild anzubeten, das ich gemacht habe —, so ist es gut. Betet ihr aber nicht an, so werdet ihr augenblicklich in den brennenden Feuerofen geworfen. Und welcher Gott kann euch aus meinen Händen erretten?“
16Schadrach, Meschach und Abed-Nego antworteten dem König: „Nebukadnezar, wir haben es nicht nötig, dir darauf zu antworten. 17Wenn unser Vater, dem wir dienen, uns erretten kann, so wird er uns aus dem brennenden Feuerofen und aus deiner Hand erretten, König. 18Und wenn nicht, so wisse, König: Wir werden deinen Göttern nicht dienen und das goldene Standbild nicht anbeten, das du aufgestellt hast.“
19Da wurde Nebukadnezar voll Zorn, und seine Miene verwandelte sich gegen Schadrach, Meschach und Abed-Nego; und er befahl, den Ofen siebenmal heißer zu machen, als man ihn sonst zu heizen pflegte. 20Und er befahl den stärksten Männern seines Heeres, Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu binden und in den brennenden Feuerofen zu werfen. 21So wurden diese Männer, gebunden in ihren Mänteln, Hosen, Turbanen und ihren übrigen Kleidern, in den brennenden Feuerofen geworfen. 22Weil aber der Befehl des Königs so hart war und der Ofen so überaus heiß gemacht war, tötete die Flamme des Feuers die Männer, die Schadrach, Meschach und Abed-Nego hinaufbrachten. 23Diese drei Männer aber — Schadrach, Meschach und Abed-Nego — fielen gebunden mitten in den brennenden Feuerofen.
24Da entsetzte sich König Nebukadnezar und stand eilends auf. Er fragte seine Räte: „Haben wir nicht drei gebundene Männer ins Feuer geworfen?“ Sie antworteten dem König: „Gewiss, König.“
25Er sprach: „Seht doch — ich sehe vier Männer frei umhergehen mitten im Feuer, und sie sind unversehrt; und der vierte gleicht einem Sohn der Götter.“ a a v25 Der König sah eine vierte Gestalt in den Flammen — die rettende Gegenwart unseres Vaters, der seine Diener im Feuer nicht allein ließ.
26Und Nebukadnezar trat an die Tür des brennenden Feuerofens und sprach: „Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Diener des höchsten Gottes, kommt heraus und tretet her!“ Da kamen Schadrach, Meschach und Abed-Nego aus dem Feuer heraus.
27Und die Satrapen, Vorsteher, Statthalter und Räte des Königs versammelten sich und sahen, dass das Feuer keine Macht über die Leiber dieser Männer gehabt hatte — das Haar ihres Hauptes war nicht versengt, ihre Mäntel waren unversehrt, und kein Brandgeruch haftete ihnen an.
28Nebukadnezar hob an und sprach: „Gelobt sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos! Er hat seinen Engel gesandt und seine Diener errettet, die ihm vertrauten. Sie widersetzten sich dem Befehl des Königs und waren bereit zu sterben, ehe sie irgendeinem Gott dienten oder ihn anbeteten außer ihrem eigenen Gott. 29So ergeht nun mein Befehl: Jedes Volk, jede Nation und Sprache, die etwas Verächtliches gegen den Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos redet, soll in Stücke gehauen und ihre Häuser sollen zu einem Trümmerhaufen gemacht werden — denn es gibt keinen andern Gott, der so erretten kann.“
30Danach gab der König Schadrach, Meschach und Abed-Nego hohe Stellungen in der Provinz Babel.