Wehe den Sorglosen und Selbstsicheren
Wehe denen, die auf Elfenbeinbetten liegen, erlesene Lämmer essen, Lieder erfinden und sich über den Untergang Josephs nicht grämen. Ihre Bequemlichkeit ist die Anklage. Unser Vater hat bei sich selbst geschworen: Sie ziehen an der Spitze des Zuges in die Verbannung, und er lässt eine Nation aufstehen, die sie bedrängt.
6 1Wehe denen, die sorglos in Zion sind, und denen, die sich sicher fühlen auf dem Berg Samarias — den vornehmen Männern der ersten unter den Nationen, zu denen das Haus Israel kommt! 2Zieht hinüber nach Kalne und seht; von dort geht weiter nach Hamat, der großen Stadt; dann steigt hinab nach Gat der Philister. Seid ihr besser als diese Königreiche? Oder ist ihr Gebiet größer als das eure? 3Ihr schiebt den Tag des Unheils weit weg und bringt doch die Herrschaft der Gewalt nahe herbei. 4Sie liegen auf Betten aus Elfenbein und räkeln sich auf ihren Polstern, sie essen Lämmer aus der Herde und Kälber aus dem Maststall. 5Sie klimpern auf der Harfe und erfinden sich wie David Musikinstrumente. 6Sie trinken Wein aus vollen Schalen und salben sich mit den feinsten Ölen, aber über den Untergang Josefs sind sie nicht betrübt. 7Darum werden sie nun als Erste in die Verbannung ziehen, an der Spitze der Verbannten, und das Gelage derer, die sich sorglos räkeln, wird vergehen.
8Der souveräne Vater hat bei sich selbst geschworen — so lautet der Ausspruch des Vaters der himmlischen Heerscharen: Ich verabscheue den Stolz Jakobs und hasse seine Festungen, und ich werde die Stadt und alles, was in ihr ist, preisgeben.
9Und wenn zehn Männer in einem Haus übrig bleiben, werden auch sie sterben.
10Und wenn der Verwandte eines Mannes, der die Leichen verbrennt, ihn aufhebt, um die Gebeine aus dem Haus zu tragen, und dem, der im hintersten Winkel des Hauses ist, zuruft: „Ist noch jemand bei dir?“, und dieser antwortet: „Niemand“, dann wird er sagen: „Still! Wir dürfen den Namen unseres Vaters nicht anrufen.“
11Denn siehe, unser Vater gibt den Befehl, und das große Haus wird in Trümmer geschlagen und das kleine Haus in Stücke. 12Galoppieren Pferde auf einer Klippe? Pflügt man das Meer mit Rindern? Doch ihr habt das Recht in Gift verwandelt und die Frucht der Gerechtigkeit in bitteres Gift. 13Ihr, die ihr euch über Lo-Dabar freut und sagt: „Haben wir nicht aus eigener Kraft Karnajim für uns eingenommen?“ a a v13 Die beiden Städte, mit deren Eroberung sich Israel brüstet, tragen spöttische Bedeutungen: Lo-Dabar klingt wie „ein Ding aus Nichts“, und Karnajim bedeutet „Hörner“ — ein Sinnbild der Stärke. Ihr stolzes Prahlen läuft darauf hinaus, sich mit dem Nichts zu rühmen.
14Doch siehe — ich lasse gegen euch eine Nation aufstehen, Haus Israel, spricht der Vater der himmlischen Heerscharen, und sie werden euch bedrängen von Lebo-Hamat bis hin zum Bach der Araba.