Die Erziehung des Vaters bleibt unbeachtet
Behagliche Frauen, die nach Getränken verlangen, und Scharen, die mit ordentlichen Opfern nach Bethel eilen, werden beide angeklagt. Fünfmal nennt ihr Vater eine Not — Hunger, Dürre, Brand, Seuche, Umsturz — und fünfmal der Kehrvers: und doch seid ihr nicht zu mir umgekehrt. Also macht euch bereit, ihm zu begegnen.
4 1Hört dieses Wort, ihr Kühe von Basan auf dem Berg Samarias, die ihr die Armen unterdrückt, die Bedürftigen zermalmt und zu euren Herren sagt: „Bring uns etwas zu trinken!“ a a v1 Die „Kühe von Basan“ waren das wertvolle, wohlgemästete Vieh jener fruchtbaren Gegend — hier ein scharfes Bild für die verwöhnten, genusssüchtigen Frauen Samarias, die auf Kosten der Armen lebten.
2Der Herr, unser Vater, hat bei seiner Heiligkeit geschworen: „Es kommen Tage über euch, da wird man euch mit Haken wegschleppen und die Letzten von euch mit Angelhaken. b b v2 Die assyrischen Heere führten Gefangene an Ketten mit Haken oder Ringen durch Nase oder Kiefer — das Bild zeigt eine brutale, demütigende Verbannung. 3Ihr werdet durch die Breschen in der Mauer hinausgehen, eine jede geradeaus, und ihr werdet nach Harmon hinausgeworfen“, spricht unser Vater.
4„Kommt nach Bethel und lehnt euch auf; nach Gilgal, und lehnt euch noch mehr auf! Bringt jeden Morgen eure Opfer, alle drei Tage eure Zehnten. 5Verbrennt gesäuertes Brot als Dankopfer, kündigt eure freiwilligen Opfer an, ruft sie laut aus — denn das ist es, was ihr so gerne tut, ihr vom Volk Israel!“, spricht der Herr, unser Vater.
6„Ich gab euch leere Mägen in jeder Stadt und Mangel an Brot an jedem Ort, und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekehrt“, spricht unser Vater.
7„Auch den Regen hielt ich von euch zurück, als es noch drei Monate bis zur Ernte waren. Ich ließ es auf die eine Stadt regnen und auf eine andere nicht; das eine Feld wurde beregnet, und das Feld ohne Regen verdorrte. 8So wankten zwei oder drei Städte zu einer anderen Stadt, um Wasser zu suchen, und hatten doch nicht genug zu trinken, und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekehrt“, spricht unser Vater.
9„Ich schlug euch mit Getreidebrand und Mehltau; die Heuschrecke fraß eure vielen Gärten und Weinberge, eure Feigenbäume und eure Ölbäume, und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekehrt“, spricht unser Vater.
10„Ich sandte eine Plage gegen euch wie die in Ägypten; ich tötete eure jungen Männer mit dem Schwert und führte eure Pferde weg. Ich ließ den Gestank eures Lagers in eure Nase steigen, und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekehrt“, spricht unser Vater.
11„Ich kehrte einige von euch um, wie ich Sodom und Gomorra umkehrte, und ihr wart wie ein Holzscheit, das aus dem Feuer gerissen wurde, und doch seid ihr nicht zu mir zurückgekehrt“, spricht unser Vater.
12„Darum werde ich dir dies antun, Israel; und weil ich dir dies antun werde, so bereite dich, deinem Vater zu begegnen, o Israel!“
13Denn er ist es, der die Berge formt und den Wind erschafft, der dem Menschen seine Gedanken offenbart, der die Morgenröte zur Finsternis macht und über die Höhen der Erde schreitet — der Vater der himmlischen Heerscharen ist sein Name.