Lebendige Steine, ein auserwähltes Volk
Glaubende werden lebendige Steine genannt, eingebaut in ein Haus um einen Stein herum, den die Bauleute verworfen haben — eine Priesterschaft, ein Volk, das unserem Vater gehört und einst kein Volk war. Dann harter Rat für Fremdlinge: so gut zu leben, dass Verleumdung ins Leere läuft, sich unterzuordnen und ungerechtes Leiden zu ertragen wie Christus.
2 1So legt nun alle Bosheit ab und allen Betrug und alle Heuchelei und allen Neid und alle Verleumdung. 2Wie neugeborene Kinder verlangt nach der reinen Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst zur Rettung, 3nachdem ihr geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist. a a v3 Petrus nimmt die Worte des Psalms „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist“ und wendet sie auf Jesus an — den, zu dem die Leser gekommen sind und den sie als gut erkannt haben. 4Zu ihm kommt ihr, dem lebendigen Stein, von den Menschen verworfen, aber von unserem Vater auserwählt und kostbar. 5Auch ihr werdet als lebendige Steine zu einem geistlichen Haus aufgebaut und zu einer heiligen Priesterschaft, um geistliche Opfer darzubringen, die unserem Vater durch Jesus Christus wohlgefällig sind.
6Die Schrift sagt: „Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, wird niemals zuschanden werden.“
7Euch nun, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für die aber, die nicht glauben, gilt: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden,
8und zu einem Stein des Anstoßes und einem Fels, an dem sie straucheln. Sie straucheln, weil sie dem Wort nicht gehorchen — wozu sie auch bestimmt waren.
9Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliges Volk, ein Volk, das unserem Vater gehört, damit ihr die großen Taten dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. 10Einst wart ihr kein Volk, jetzt aber seid ihr das Volk unseres Vaters; einst hattet ihr kein Erbarmen gefunden, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden. b b v10 Petrus greift auf Hosea zurück: die einst „kein Volk“ waren, gehören nun unserem Vater als sein Eigentum — der Fremde ist heimgeholt und findet Erbarmen.
11Ihr Lieben, ich ermahne euch als Fremdlinge und Gäste: Meidet die fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten. 12Führt ein rechtschaffenes Leben unter den Völkern, damit sie, wo sie euch als Übeltäter verleumden, eure guten Werke sehen und unseren Vater preisen an dem Tag, an dem er uns heimsucht.
13Ordnet euch um des Herrn willen jeder menschlichen Ordnung unter — sei es dem Kaiser als dem obersten, 14oder den Statthaltern, die von ihm gesandt sind, um die Übeltäter zu bestrafen und die zu loben, die Gutes tun. 15Denn das ist der Wille unseres Vaters, dass ihr durch Gutestun das unwissende Gerede der törichten Menschen zum Schweigen bringt. 16Lebt als Freie — nicht als solche, die die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit nehmen — sondern als Knechte unseres Vaters. 17Achtet jeden, liebt die Gemeinschaft der Gläubigen, fürchtet unseren Vater, ehrt den Kaiser.
18Ihr Knechte, ordnet euch euren Herren in aller Ehrfurcht unter — nicht nur den guten und gütigen, sondern auch den harten. 19Denn das ist löblich, wenn jemand im Gedenken an unseren Vater den Schmerz ungerechten Leidens erträgt. 20Denn was ist das für ein Ruhm, wenn ihr Schläge erduldet, weil ihr Unrecht getan habt? Wenn ihr aber Gutes tut und dennoch leidet und es erduldet — das ist löblich vor unserem Vater.
21Dazu seid ihr berufen, denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt. 22„Er hat keine Sünde getan, und kein Betrug wurde in seinem Mund gefunden.“ 23Als man ihn schmähte, schmähte er nicht wieder; als er litt, drohte er nicht, sondern stellte es dem anheim, der gerecht richtet. 24Er selbst hat unsere Sünden an seinem Leib am Holz getragen, damit wir, den Sünden gestorben, der Gerechtigkeit leben; durch seine Wunden seid ihr geheilt. c c v24 „Das Holz“ meint das Kreuz — Petrus greift das alttestamentliche Bild auf, dass ein am Holz Hängender einen Fluch trägt (5. Mose 21,23). 25Denn ihr wart wie irrende Schafe, doch nun seid ihr umgekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.