Gaben, die die Familie aufbauen
Zungenrede ohne Auslegung erbaut nur den Redenden, darum ist Prophetie besser: einem Außenstehenden, der hereinkommt, soll das Herz offengelegt werden, sodass er niederfällt und anbetet. Alles in der Versammlung wird daran gemessen, ob es aufbaut, und geschieht in Ordnung, denn bei unserem Vater gibt es keine Unordnung.
14 1Strebt nach der Liebe und bemüht euch eifrig um die Gaben des Geistes, besonders aber darum, dass ihr prophetisch redet. 2Denn wer in einer Zunge redet, der redet nicht zu Menschen, sondern zu unserem Vater; denn niemand versteht ihn, im Geist redet er Geheimnisse. 3Wer aber prophetisch redet, der redet zu den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zum Trost. 4Wer in einer Zunge redet, der erbaut sich selbst; wer aber prophetisch redet, der erbaut die Gemeinde. 5Ich wollte, dass ihr alle in Zungen reden könntet, aber noch mehr, dass ihr prophetisch redet. Wer prophetisch redet, ist größer als der, der in Zungen redet; es sei denn, er legt es auch aus, damit die Gemeinde erbaut wird.
6Nun aber, Brüder und Schwestern, wenn ich zu euch käme und in Zungen redete, was würde ich euch nützen, wenn ich nicht mit euch redete in Offenbarung oder in Erkenntnis oder in Prophetie oder in Lehre? 7Verhält es sich doch auch so mit leblosen Dingen, die einen Klang von sich geben, sei es Flöte oder Harfe: Wenn die Töne nicht deutlich unterschieden sind, wie kann man erkennen, was gespielt wird? 8Und wenn die Trompete einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zur Schlacht rüsten? 9So auch ihr: Wenn ihr mit eurer Zunge nicht ein verständliches Wort redet, wie kann man wissen, was gesagt ist? Denn ihr werdet nur in den Wind reden. 10Es gibt gewiss vielerlei Arten von Sprachen in der Welt, und keine ist ohne Bedeutung. 11Wenn ich nun die Bedeutung des Lautes nicht kenne, so werde ich dem, der redet, ein Fremder sein, und der, der redet, wird mir ein Fremder sein. 12So auch ihr: Weil ihr euch eifrig um die Gaben des Geistes bemüht, so trachtet danach, euch im Aufbau der Gemeinde besonders auszuzeichnen. 13Darum, wer in einer Zunge redet, der bete, dass er es auch auslegen kann. 14Denn wenn ich in einer Zunge bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand bleibt ohne Frucht.
15Wie soll es nun sein? Ich will beten mit dem Geist und will auch beten mit dem Verstand; ich will lobsingen mit dem Geist und will auch lobsingen mit dem Verstand. 16Denn wenn du im Geist lobpreist, wie soll der, der als Unkundiger dabeisitzt, das „Amen“ sprechen auf dein Dankgebet, da er doch nicht weiß, was du sagst? 17Du magst wohl ein schönes Dankgebet sprechen, aber der andere wird nicht dadurch erbaut. 18Ich danke unserem Vater, dass ich mehr in Zungen rede als ihr alle. 19Aber in der Gemeinde will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstand reden, um auch andere zu unterweisen, als zehntausend Worte in einer Zunge.
20Brüder und Schwestern, denkt nicht wie die Kinder. Im Bösen aber seid Unmündige, im Denken jedoch seid reif.
21Im Gesetz steht geschrieben: „Ich will in fremden Zungen und mit fremden Lippen zu diesem Volk reden, und auch dann werden sie nicht auf mich hören“, spricht unser Vater.
22Darum sind die Zungen ein Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die Prophetie aber ist ein Zeichen nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen. 23Wenn nun die ganze Gemeinde zusammenkäme und alle in Zungen redeten und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, ihr seid von Sinnen? 24Wenn aber alle prophetisch redeten und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt und von allen ins Gericht genommen; 25was in seinem Herzen verborgen ist, würde offenbar, und so würde er niederfallen auf sein Angesicht und unseren Vater anbeten und bekennen, dass unser Vater wahrhaftig unter euch ist.
Gottesdienst in angemessener Ordnung
26Wie ist es nun, Brüder und Schwestern? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Lobgesang, eine Lehre, eine Offenbarung, eine Zungenrede oder eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung. 27Wenn jemand in einer Zunge redet, so seien es zwei oder höchstens drei, und einer nach dem andern, und einer lege es aus. 28Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde und rede nur für sich selbst und für unseren Vater. 29Propheten aber lasst reden, zwei oder drei, und die andern lasst sorgfältig prüfen, was gesagt wird. 30Wenn aber einem andern, der dabeisitzt, eine Offenbarung zuteilwird, so schweige der erste. 31Denn ihr könnt alle einer nach dem andern prophetisch reden, damit alle lernen und alle ermahnt werden, 32und die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. 33Denn unser Vater ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen. 34Die Frauen sollen in den Gemeinden schweigen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt. a a v34 Einige Handschriften ordnen die Verse 34–35 nach Vers 40 ein. 35Wollen sie aber etwas lernen, so sollen sie zu Hause ihre eigenen Männer fragen; denn es ist schändlich für eine Frau, in der Gemeinde zu reden. 36Oder ist das Wort unseres Vaters von euch ausgegangen? Oder ist es allein zu euch gekommen? 37Wenn sich jemand für einen Propheten hält oder für geisterfüllt, so erkenne er, dass das, was ich euch schreibe, das Gebot des Herrn ist. 38Wenn es aber jemand nicht anerkennt, der wird auch nicht anerkannt.
39Darum, meine Brüder und Schwestern, bemüht euch eifrig um das prophetische Reden und wehrt nicht dem Reden in Zungen. 40Lasst aber alles anständig und in Ordnung geschehen.