Ich bin meines Freundes
6 1Wohin ist dein Freund gegangen, du Schönste unter den Frauen? Wohin hat sich dein Freund gewandt, dass wir ihn mit dir suchen?
2Mein Freund ist hinabgegangen in seinen Garten, zu den Beeten mit Balsamkräutern, um in den Gärten zu weiden und Lilien zu pflücken.
3Ich bin meines Freundes, und mein Freund ist mein; er weidet unter den Lilien.
4Du bist schön, meine Freundin, wie Tirza, lieblich wie Jerusalem, furchtgebietend wie ein Heer mit Bannern. a a v4 Tirza war eine alte Königsstadt, berühmt für ihre Schönheit, hier neben Jerusalem gestellt als die lieblichste der Städte.
5Wende deine Augen von mir ab, denn sie überwältigen mich. Dein Haar ist wie eine Herde Ziegen, die herabsteigt von Gilead. 6Deine Zähne sind wie eine Herde Mutterschafe, die aus der Schwemme heraufkommen, die alle Zwillinge tragen, und keines unter ihnen hat sein Junges verloren. 7Deine Wangen sind wie die Hälften eines Granatapfels hinter deinem Schleier.
8Sechzig Königinnen sind es und achtzig Nebenfrauen, und junge Frauen ohne Zahl, 9aber meine Taube, meine Vollkommene, ist die Einzige, die einzige Tochter ihrer Mutter, die Erwählte derer, die sie geboren hat. Die jungen Frauen sahen sie und priesen sie selig; die Königinnen und Nebenfrauen rühmten sie auch.
10Wer ist sie, die hervorbricht wie die Morgenröte, schön wie der Mond, strahlend wie die Sonne, furchtgebietend wie ein Heer mit Bannern?
11Ich ging hinab in den Nussgarten, um die Knospen im Tal zu betrachten, um zu sehen, ob der Weinstock ausgeschlagen habe, ob die Granatäpfel blühten.
12Ehe ich es wusste, versetzte mich mein Verlangen mitten unter die Wagen meines edlen Volkes.
13Kehre wieder, kehre wieder, Sulamith; kehre wieder, kehre wieder, dass wir dich anschauen. Was schaut ihr die Sulamith an wie beim Reigen im Doppellager? b b v13 Der „Reigen im Doppellager“ stellt einen anmutigen Aufzug dar, der zwischen zwei einander gegenüberstehenden Reihen von Zuschauern aufgeführt wird.