Hirte Israels, erscheine in deinem Glanz
Für den Chorleiter. Nach der Weise „Lilien“; ein Zeugnis Asafs; ein Psalm.
80 1 Höre, Hirte Israels — unser Vater —, der du Josef wie eine Herde leitest; der du über den Cherubim thronst, erscheine in deinem Glanz. 2 Vor Ephraim und Benjamin und Manasse erwecke deine Macht und komm, uns zu retten! 3 Stelle uns wieder her, unser Vater; lass dein Angesicht leuchten, so ist uns geholfen. 4 O Vater der himmlischen Heerscharen, wie lange noch soll dein Zorn glimmen gegen die Gebete deines Volkes? 5 Du hast sie gespeist mit dem Brot der Tränen; du tränktest sie mit Tränen in vollem Maß. 6 Du machst uns zum Zankapfel für unsere Nachbarn, und unsere Feinde spotten untereinander über uns. 7 Stelle uns wieder her, Vater der himmlischen Heerscharen; lass dein Angesicht leuchten, so ist uns geholfen. 8 Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt; du hast die Völker vertrieben und ihn eingepflanzt. a a v8 Der Weinstock, den unser Vater aus Ägypten herausführte, ist Israel; Jesus nennt sich später selbst „der wahre Weinstock“ — der Treue, in dem das Volk des Vaters endlich Frucht bringt. 9 Du hast den Boden bereitet vor ihm; er schlug tiefe Wurzeln und erfüllte das Land. 10 Die Berge wurden von seinem Schatten bedeckt, die mächtigen Zedern von seinen Ranken. 11 Er streckte seine Ranken aus bis zum Meer und seine Triebe bis zum Strom. b b v11 Der Strom: der Euphrat, der große Strom, der Israels nordöstliche Grenze bildet. 12 Warum hast du seine Mauern eingerissen, sodass alle, die des Weges vorübergehen, seine Früchte pflücken? 13 Der Eber aus dem Wald verwüstet ihn, und alles Getier des Feldes weidet sich an ihm. 14 Kehre doch wieder, Vater der himmlischen Heerscharen! Schau vom Himmel herab und sieh; nimm dich dieses Weinstocks an, 15 des Stockes, den deine rechte Hand gepflanzt hat, und des Sohnes, den du dir stark aufgezogen hast. 16 Er ist verbrannt mit Feuer, er ist umgehauen; vor dem Drohen deines Angesichts kommen sie um. 17 Deine Hand ruhe auf dem Mann deiner rechten Hand, auf dem Menschensohn, den du dir stark aufgezogen hast. c c v17 Israel betete darum, dass der „Menschensohn“ zur Rechten unseres Vaters aufgerichtet werde; Jesus nimmt eben diesen Titel für sich selbst und sitzt zur Rechten des Vaters — der wahre Sohn, in dem das Gebet erhört ist. 18 Dann werden wir nicht weichen von dir; lass uns leben, so werden wir deinen Namen anrufen. 19 Stelle uns wieder her, Vater der himmlischen Heerscharen; lass dein Angesicht leuchten, so ist uns geholfen.