Der Vater eröffnet das Gericht
Ein Psalm Asafs.
50 1 Der Mächtige, unser Vater, hat gesprochen; er rief die Erde vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. 2 Aus Zion, vollkommen an Schönheit, strahlt unser Vater hervor. 3 Unser Vater kommt und schweigt nicht; vor ihm verzehrt ein Feuer, und um ihn her tobt ein gewaltiger Sturm. 4 Er ruft den Himmel droben herbei und die Erde, um sein Volk zu richten.
5 „Versammelt mir meine Getreuen, die einen Bund mit mir schlossen beim Opfer.“
6 Und die Himmel verkünden seine Gerechtigkeit, denn unser Vater selbst ist Richter. Sela. a a v6 Sela ist eine liturgische oder musikalische Angabe, die wahrscheinlich eine Pause oder ein Zwischenspiel bezeichnet; ihre genaue Bedeutung ist ungewiss.
7 „Höre, mein Volk, und ich will reden; Israel, ich will gegen dich zeugen: Ich bin dein Vater.“ 8 „Nicht wegen deiner Schlachtopfer weise ich dich zurecht; deine Brandopfer sind stets vor mir.“ 9 „Ich nehme keinen Stier aus deinem Haus, keine Böcke aus deinen Hürden.“ 10 „Denn alle Tiere des Waldes gehören mir, das Vieh auf tausend Hügeln.“ 11 „Ich kenne alle Vögel der Berge, und alles, was sich auf dem Feld regt, gehört mir.“ 12 „Wenn ich hungrig wäre, würde ich dir es nicht sagen; denn der Erdkreis ist mein und alles, was ihn erfüllt.“ 13 „Esse ich denn das Fleisch von Stieren oder trinke ich das Blut von Böcken?“
14 „Bring mir ein Dankopfer dar und erfülle dem Höchsten deine Gelübde.“ b b v14 Ein ‚Dankopfer‘ war ein freiwilliges Opfer, das im Tempel als Ausdruck dankbarer Anbetung dargebracht wurde. 15 „Und rufe mich an, wenn du in Not bist; ich will dich erretten, und du wirst mich ehren.“
16 Aber zum Gottlosen spricht unser Vater: „Was gibt dir das Recht, meine Gebote herzusagen oder meinen Bund mit deinen Lippen zu führen?“ 17 „Du hasst die Zucht und wirfst meine Worte hinter dich.“ 18 „Siehst du einen Dieb, so machst du mit ihm gemeinsame Sache, und mit Ehebrechern hast du Gemeinschaft.“ 19 „Deinen Mund gibst du dem Bösen hin, und deine Zunge webt Betrug.“ 20 „Du sitzt und redest gegen deinen Bruder; den Sohn deiner eigenen Mutter verleumdest du.“ 21 „Das hast du getan, und ich schwieg; du dachtest, ich sei ganz wie du. Aber nun weise ich dich zurecht und stelle dir die Anklage vor Augen.“
22 „Bedenke dies nun, der du mich vergisst, sonst zerreiße ich dich, und keiner ist da, der dich rettet.“ 23 „Wer ein Dankopfer bringt, der ehrt mich; und wer auf dem rechten Weg bleibt, dem will ich mein Heil zeigen.“