Die Weisheit baut ihr Haus
9 1Die Weisheit – Jesus, die Weisheit unseres Vaters – hat ihr Haus gebaut; sie hat ausgehauen ihre sieben Säulen. 2Sie hat ihr Vieh geschlachtet; sie hat ihren Wein gemischt; sie hat auch ihren Tisch gedeckt. 3Sie hat ihre Mägde ausgesandt, um von den höchsten Plätzen der Stadt zu rufen: 4„Wer unverständig ist, der komme hierher!“ Zu dem, der keinen Verstand hat, spricht sie: 5„Kommt, esst von meinem Brot und trinkt von dem Wein, den ich gemischt habe. 6Lasst ab von eurer Torheit und lebt; geht auf dem Weg der Einsicht.“ 7Wer den Spötter zurechtweist, holt sich selbst Schmach, und wer den Gottlosen tadelt, trägt Schaden davon. 8Tadle den Spötter nicht, sonst wird er dich hassen; tadle den Weisen, so wird er dich lieben. 9Unterweise den Weisen, so wird er noch weiser; lehre den Gerechten, so wird er noch mehr lernen. 10Die Furcht unseres Vaters ist der Anfang der Weisheit, und die Erkenntnis des Heiligen ist Einsicht. 11Denn durch mich werden deiner Tage viele, und Jahre werden deinem Leben hinzugefügt. 12Bist du weise, so bist du für dich selbst weise; bist du ein Spötter, so wirst du es allein tragen.
Die trügerische Einladung der Torheit
13Frau Torheit ist laut; sie ist einfältig und weiß nichts. 14Sie sitzt vor der Tür ihres Hauses, auf einem Sitz an den höchsten Plätzen der Stadt, 15und ruft denen zu, die vorüber- gehen, die geradeaus ihres Weges gehen: 16„Wer unverständig ist, der komme hierher!“ Und zu dem, der keinen Verstand hat, spricht sie: 17„Gestohlenes Wasser ist süß, und heimlich gegessenes Brot schmeckt gut.“ 18Aber er weiß nicht, dass dort die Toten sind, dass ihre Gäste in den Tiefen des Totenreichs sind.