Die Warnung eines Vaters
5 1Mein Sohn, achte auf meine Weisheit; neige dein Ohr zu meiner Einsicht, 2damit du Besonnenheit bewahrst und deine Lippen die Erkenntnis behüten. 3Denn die Lippen der fremden Frau triefen von Honig, und ihr Mund ist glatter als Öl, 4doch am Ende ist sie bitter wie Gift, scharf wie ein zweischneidiges Schwert. 5Ihre Füße steigen hinab zum Tod; ihre Schritte ergreifen das Grab. a a v5 Scheol: das hebräische Wort für das Reich der Toten — das Grab, die unsichtbare Welt dort unten. 6Sie achtet nicht auf den Weg des Lebens; ihre Pfade schweifen umher, und sie weiß es nicht.
7Und nun, meine Söhne, hört auf mich und weicht nicht ab von den Worten meines Mundes. 8Halte deinen Weg fern von ihr und komm nicht nahe an die Tür ihres Hauses, 9damit du nicht deine Ehre anderen gibst und deine Jahre einem, der grausam ist, 10damit nicht Fremde sich an deiner Kraft sättigen, und deine mühsam erworbene Arbeit in das Haus eines Fremden geht, 11und du am Ende stöhnst, wenn dein Fleisch und dein Leib dahinschwinden, 12und du sprichst: „Wie habe ich die Zucht gehasst, und mein Herz verachtete die Zurechtweisung! 13Ich hörte nicht auf die Stimme meiner Lehrer und neigte mein Ohr nicht zu meinen Erziehern. 14Um ein Geringes wäre ich ins völlige Verderben geraten inmitten der versammelten Gemeinde.“
15Trinke Wasser aus deiner eigenen Zisterne, fließendes Wasser aus deinem eigenen Brunnen. 16Sollen deine Quellen auf die Straßen überfließen, deine Wasserbäche auf die öffentlichen Plätze? 17Sie sollen dir allein gehören und nicht mit Fremden geteilt werden. 18Deine Quelle sei gesegnet, und freue dich an der Frau deiner Jugend, 19einer lieblichen Hirschkuh, einer anmutigen Gazelle. Ihre Liebe sättige dich allezeit; von ihrer Liebe lass dich immerdar bezaubern. 20Warum denn, mein Sohn, solltest du dich von einer fremden Frau bezaubern lassen und die Frau eines anderen umarmen?
21Denn die Wege eines Menschen liegen vor den Augen unseres Vaters, und er prüft alle seine Pfade. 22Den Gottlosen fangen seine eigenen Übeltaten, und in den Stricken seiner Sünde wird er festgehalten. 23Er wird sterben aus Mangel an Zucht, und wegen seiner großen Torheit wird er in die Irre gehen.