Der Rat unseres Vaters bleibt bestehen
19 1Besser ein Armer, der in seiner Lauterkeit wandelt, als einer, dessen Worte verkehrt sind und der ein Tor ist. 2Auch ist Verlangen ohne Erkenntnis nicht gut, und wer hastig handelt, verfehlt den Weg. 3Die eigene Torheit eines Menschen verdirbt seinen Weg, und doch tobt sein Herz gegen unseren Vater. 4Reichtum verschafft viele Freunde, aber der Arme wird von seinem Freund getrennt. 5Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, und wer Lügen ausschnaubt, wird nicht entkommen. 6Viele umwerben die Gunst eines Freigebigen, und jeder ist ein Freund dessen, der Geschenke gibt. 7Alle Brüder eines Armen hassen ihn; wie viel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern! Er ruft ihnen nach, doch sie sind fort. 8Wer Weisheit erwirbt, liebt seine eigene Seele; wer Einsicht bewahrt, wird Gutes finden. 9Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, und wer Lügen ausschnaubt, wird umkommen. 10Wohlleben ziemt sich nicht für einen Toren – wie viel weniger, dass ein Knecht über Fürsten herrscht. 11Die Klugheit eines Menschen macht ihn langsam zum Zorn, und es ist sein Ruhm, über ein Vergehen hinwegzusehen. 12Der Zorn eines Königs ist wie das Brüllen eines Löwen, aber seine Gunst ist wie Tau auf dem Gras. 13Ein törichter Sohn ist das Verderben seines Vaters, und das Gezänk einer Frau ist ein ständiges Tropfen. 14Haus und Reichtum sind ein Erbe von den Vorfahren, aber eine kluge Frau kommt von unserem Vater. 15Faulheit versenkt in tiefen Schlaf, und ein träger Mensch wird hungern. 16Wer das Gebot hält, bewahrt sein Leben; wer seine Wege verachtet, wird sterben. 17Wer dem Armen gütig ist, leiht unserem Vater, und unser Vater wird ihm seine Tat vergelten. 18Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung ist, und setze dein Herz nicht auf sein Verderben. 19Ein Mensch von großem Zorn muss die Strafe zahlen; denn wenn du ihn rettest, musst du es nur wieder tun. 20Höre auf Rat und nimm Zucht an, damit du in den kommenden Tagen weise wirst. 21Viele sind die Pläne im Herzen eines Menschen, aber es ist der Rat unseres Vaters, der bestehen wird. 22Was an einem Menschen begehrt wird, ist beständige Liebe, und ein Armer ist besser als ein Lügner. 23Die Furcht unseres Vaters führt zum Leben, und wer sie hat, ruht zufrieden, von keinem Unheil berührt. 24Der Faule vergräbt seine Hand in der Schüssel und bringt sie nicht einmal zu seinem Mund zurück. 25Schlage den Spötter, so wird der Einfältige klug; weise den Verständigen zurecht, so gewinnt er Erkenntnis. 26Wer seinem Vater Gewalt antut und seine Mutter verjagt, ist ein Sohn, der Schande und Schmach bringt. 27Hör auf, auf Unterweisung zu hören, mein Sohn, so wirst du von den Worten der Erkenntnis abirren. 28Ein nichtsnutziger Zeuge spottet über das Recht, und der Mund der Gottlosen verschlingt Unrecht. 29Für Spötter sind Strafen bereit, und Schläge für den Rücken der Toren.