Barmherzigkeit und Friede den Berufenen
Ein kurzer, dringlicher Brief, der für den Glauben gegen jene streitet, die die Gnade verdrehen, und die Gläubigen zum Durchhalten aufruft.
1 1Judas, Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus, an die Berufenen, die in unserem Vater geliebt und für Jesus Christus bewahrt sind: 2Barmherzigkeit, Friede und Liebe werde euch reichlich zuteil.
Kämpft für den Glauben
3Geliebte, obwohl ich sehr darauf bedacht war, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, sah ich mich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, dass ihr für den Glauben kämpft, der den Heiligen ein für alle Mal übergeben worden ist. 4Denn es haben sich einige unbemerkt eingeschlichen, die schon längst zu diesem Gericht vorgezeichnet sind—gottlose Menschen, die die Gnade unseres Vaters in einen Freibrief für Ausschweifung verkehren und unseren einzigen Gebieter und Herrn, Jesus Christus, verleugnen.
5Ich will euch aber daran erinnern, obwohl ihr dies alles schon wisst, dass Jesus, nachdem er ein Volk aus dem Land Ägypten gerettet hatte, danach die vernichtete, die nicht glaubten. a a v5 Einige frühe Handschriften lesen „der Herr“ oder „Gott“; die ältesten und stärksten lesen „Jesus“. Judas nennt den, der Israel aus Ägypten rettete, Jesus — denselben Herrn, der mit seinem Volk durch die Wüste zog. 6Die Engel, die ihren eigenen Rang nicht bewahrten, sondern ihre eigene Behausung verließen, hat er mit ewigen Fesseln in tiefer Finsternis für das Gericht des großen Tages verwahrt. b b v6 Diese Engel beziehen sich wahrscheinlich auf die ‚Söhne Gottes‘, die den Himmel verließen und sich menschliche Frauen nahmen (1. Mose 6,1–4). 7Ebenso stehen Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte, die sich der Unzucht hingaben und fremdem Fleisch nachgingen, als Beispiel da und erleiden die Strafe des ewigen Feuers. 8Ebenso beflecken auch diese Träumer ihr Fleisch, verwerfen jede Herrschaft und lästern die glorreichen Wesen. 9Aber Michael, der Erzengel, als er mit dem Teufel stritt und über den Leib des Mose verhandelte, wagte es nicht, ein lästerndes Urteil über ihn zu fällen, sondern sprach: „Unser Vater strafe dich!“ c c v9 Dieser Bericht über Michael und den Leib des Mose stammt aus einer jüdischen Überlieferung (die Himmelfahrt des Mose), nicht aus dem Alten Testament. 10Diese aber lästern alles, was sie nicht verstehen; was sie aber von Natur aus begreifen wie die vernunftlosen Tiere, daran gehen sie zugrunde. 11Wehe ihnen! Denn sie sind den Weg Kains gegangen, haben sich um Lohn in den Irrtum Bileams gestürzt und sind im Aufruhr Korachs umgekommen. 12Diese sind verborgene Klippen bei euren Liebesmahlen, die ohne Scheu mit euch schmausen und nur sich selbst weiden—wasserlose Wolken, vom Wind getrieben, fruchtlose Herbstbäume, zweimal gestorben und entwurzelt. 13wilde Meereswogen, die ihre eigene Schande ausschäumen; umherirrende Sterne, denen die tiefste Finsternis auf ewig aufbewahrt ist. 14Auch über diese hat Henoch, der siebte von Adam an, geweissagt: „Siehe, unser Herr Jesus kam mit seinen zehntausend Heiligen, d d v14 Judas wendet Henochs alte Weissagung auf das Kommen Jesu an — des Herrn, der mit seinen Heiligen wiederkehrt, um Recht zu schaffen. Das Neue Testament nennt Jesus den, der in Herrlichkeit mit seinen Engeln kommt (Matthäus 25,31; 2. Thessalonicher 1,7). 15um Gericht zu halten über alle und jeden Menschen zu überführen wegen all der gottlosen Taten, die sie auf so gottlose Weise begangen haben, und wegen all der harten Worte, die gottlose Sünder gegen ihn geredet haben.“ 16Diese sind Nörgler und Unzufriedene, die ihren eigenen Begierden nachgehen; ihr Mund redet großspurige Worte, und um des Vorteils willen schmeicheln sie den Menschen.
Denkt an das, was vorausgesagt wurde
17Ihr aber, Geliebte, erinnert euch an die Worte, die von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus vorausgesagt worden sind. 18Denn sie sagten euch: „In der letzten Zeit werden Spötter auftreten, die ihren eigenen gottlosen Begierden nachgehen.“ 19Diese sind es, die Spaltungen verursachen, weltliche Menschen, die den Geist nicht haben.
20Ihr aber, Geliebte, erbaut euch auf eurem allerheiligsten Glauben und betet im Heiligen Geist. 21Bewahrt euch in der Liebe unseres Vaters und wartet auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus, die zum ewigen Leben führt. 22Und erbarmt euch derer, die zweifeln; 23die einen rettet, indem ihr sie aus dem Feuer reißt; anderen erweist Barmherzigkeit mit Furcht und hasst sogar das Gewand, das durch ihre Sünde befleckt ist.
Unser Vater bewahrt euch
24Dem aber, der euch vor dem Straucheln bewahren und euch untadelig mit großer Freude vor seine Herrlichkeit stellen kann, 25unserem Vater allein, unserem Retter, sei durch Jesus Christus, unseren Herrn, Herrlichkeit, Majestät, Macht und Gewalt vor aller Zeit und jetzt und in alle Ewigkeit. Amen. e e v25 Judas bringt alle Ehre unserem Vater dar, dem alleinigen Gott und Retter, durch Jesus, seinen Sohn — Vater und Sohn voneinander unterschieden und doch eins in der Anbetung, die sie empfangen.