Elifas spricht
4 1Da antwortete Elifas von Teman: 2„Wenn jemand ein Wort an dich wagt, wirst du müde werden? Doch wer kann sich zurückhalten zu reden? 3Siehe, du hast viele unterwiesen, und schwache Hände hast du gestärkt. 4Deine Worte haben den Strauchelnden aufgerichtet, und die wankenden Knie hast du gefestigt. 5Nun aber kommt es über dich, und du wirst müde; es rührt dich an, und du bist bestürzt. 6Ist nicht deine Gottesfurcht deine Zuversicht, und die Lauterkeit deiner Wege deine Hoffnung? 7Denk doch nach: Wer ist je unschuldig umgekommen? Wo wurden die Aufrichtigen je vernichtet? 8Wie ich gesehen habe: Die Unrecht pflügen und Unheil säen, ernten es auch. 9Durch den Odem Gottes kommen sie um, und durch den Hauch seines Zorns werden sie verzehrt. 10Das Brüllen des Löwen, die Stimme des grimmigen Löwen, die Zähne der jungen Löwen—sie sind zerbrochen. 11Der starke Löwe kommt um aus Mangel an Raub, und die Jungen der Löwin werden zerstreut. 12Und zu mir ist ein Wort verstohlen gedrungen; mein Ohr vernahm ein Flüstern davon. 13In beunruhigenden Gedanken aus den Gesichten der Nacht, wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt, 14da überfiel mich Furcht und Zittern, und es ließ alle meine Gebeine erbeben. 15Ein Geist glitt an meinem Angesicht vorüber; die Haare an meinem Leibe sträubten sich. 16Es stand still, doch ich konnte seine Erscheinung nicht erkennen. Eine Gestalt war vor meinen Augen; es war Stille, dann hörte ich eine Stimme: 17‚Kann ein Sterblicher gerecht sein vor Gott? Kann ein Mensch rein sein vor seinem Schöpfer? a a v17 Elifas stellt Gott als einen fernen Richter dar, vor dem kein Sterblicher bestehen kann — der Ton, aus dem die drei Freunde sich nie befreien werden, und die Sichtweise, die die Schlusskapitel des Buches als Nichtkennen unseres Vaters entlarven. 18Siehe, er verlässt sich nicht auf seine Knechte, und seinen Engeln legt er Verfehlung zur Last; 19wie viel mehr die, die in Häusern aus Lehm wohnen, deren Grund im Staube liegt, die zermalmt werden wie eine Motte. 20Zwischen Morgen und Abend werden sie zerschmettert; unbeachtet vergehen sie für immer. 21Wird nicht ihr Zeltseil ausgerissen in ihnen? Sie sterben, ohne je Weisheit erlangt zu haben.‘“ b b v21 Das Bild des Zeltseils stellt das Leben als ein Zelt dar: Wird das Seil ausgerissen, so bricht das ganze Gebäude zusammen und ist dahin.