Elihu spricht erneut
35 1Und Elihu fuhr fort und sprach: 2„Hältst du das für recht? Du sagst: ‚Meine Gerechtigkeit ist größer als die Gottes.‘ 3Denn du fragst: ‚Was nützt es dir? Was gewinne ich, wenn ich nicht sündige?‘ 4Ich will dir antworten und deinen Freunden mit dir. 5Schau zum Himmel auf und sieh; blicke auf die Wolken, die höher sind als du. 6Wenn du sündigst, was richtest du gegen ihn aus? Und wenn deine Vergehen zahlreich sind, was tust du ihm an? 7Wenn du gerecht bist, was gibst du ihm? Oder was empfängt er aus deiner Hand? 8Deine Bosheit trifft nur einen Menschen wie dich selbst, und deine Gerechtigkeit nur einen Mitmenschen. 9Die Menschen schreien unter der Last vieler Bedrückungen; sie rufen um Hilfe gegen den Arm der Mächtigen. 10Aber keiner sagt: ‚Wo ist Gott, mein Schöpfer, der Lieder gibt in der Nacht, 11der uns mehr lehrt als die Tiere der Erde und uns weiser macht als die Vögel des Himmels?‘ 12Dort schreien sie, aber er gibt keine Antwort, wegen des Hochmuts der bösen Menschen. 13Wahrlich, Gott hört nicht auf leeres Geschrei; der Allmächtige achtet nicht darauf. 14Wie viel weniger wird er dann antworten, wenn du sagst, du sähest ihn nicht—obwohl deine Sache vor ihm liegt und du auf ihn warten musst. 15Und nun, weil sein Zorn noch nicht gestraft hat, und er der Torheit wenig Beachtung geschenkt hat. 16So tut Hiob seinen Mund auf mit leerem Gerede; er häuft Worte ohne Erkenntnis."