Der Vater tut kein Unrecht
34 1Und Elihu fuhr fort und sprach: 2„Hört meine Worte, ihr Weisen, und ihr Verständigen, neigt mir euer Ohr. 3Denn das Ohr prüft die Worte, wie der Gaumen die Speise schmeckt. 4Lasst uns wählen, was recht ist; lasst uns unter uns erkennen, was gut ist. 5Denn Hiob hat gesagt: ‚Ich bin gerecht, und Gott hat mir mein Recht entzogen; 6obwohl ich im Recht bin, gelte ich als Lügner; meine Wunde ist unheilbar, obwohl ich ohne Auflehnung bin.‘ 7Wo ist ein Mann wie Hiob, der Spott trinkt wie Wasser, 8der Gemeinschaft hält mit Übeltätern und mit gottlosen Menschen geht? 9Denn er hat gesagt: ‚Es nützt dem Menschen nichts, an Gott seine Freude zu haben.‘ 10Darum hört mich, ihr verständigen Männer: Fern sei es von Gott, Frevel zu tun, und vom Allmächtigen, Unrecht zu üben. 11Denn nach dem Werk eines Menschen vergilt er ihm, und nach seinen Wegen bringt er es über ihn. 12Gewiss handelt Gott nicht frevelhaft, und der Allmächtige beugt das Recht nicht. 13Wer hat ihm die Erde anvertraut, und wer hat ihm den ganzen Erdkreis auferlegt? 14Wenn er sein Herz auf den Menschen richtete und seinen Geist und seinen Odem zurückzöge, 15so würde alles Fleisch miteinander vergehen, und der Mensch würde wieder zu Staub. 16Hast du Verstand, so höre dies; lausche dem Klang meiner Worte. 17Kann denn regieren, wer das Recht hasst? Willst du den verurteilen, der gerecht und mächtig ist, 18der zu einem König spricht: ‚Nichts- nutz‘, und zu den Vornehmen: ‚Ihr Gottlosen‘, 19der die Fürsten nicht ansieht und den Reichen nicht mehr achtet als den Armen, denn sie alle sind das Werk seiner Hände? 20Im Augenblick sterben sie; um Mitternacht werden die Völker erschüttert und vergehen, und die Mächtigen werden hinweggerafft ohne Menschenhand. 21Denn seine Augen sehen auf die Wege eines Menschen, und er sieht alle seine Schritte. 22Es gibt keine Finsternis und keinen tiefen Schatten, wo sich die Übeltäter verbergen könnten. 23Denn Gott braucht auf einen Menschen nicht länger acht zu geben, dass er vor Gott ins Gericht gehe. a a v23 Elihus Gedanke: Gott braucht keine förmliche Verhandlung und keinen festgesetzten Termin, um Gericht zu halten — er handelt einfach. 24Er zerschmettert die Mächtigen ohne Nachforschung und setzt andere an ihre Stelle. 25So kennt er ihre Werke und stürzt sie um in der Nacht, und sie werden zermalmt. 26Er schlägt sie um ihrer Bosheit willen vor den Augen der Zuschauer, 27weil sie von ihm abgewichen sind und auf keinen seiner Wege geachtet haben, 28sodass sie das Geschrei des Armen vor ihn brachten, und er hörte das Schreien der Bedrängten. 29Wenn er stillhält, wer will verdammen? Wenn er sein Angesicht verbirgt, wer kann ihn schauen — sei es über ein Volk oder über einen Menschen, 30damit kein gottloser Mensch herrsche oder das Volk umgarne. 31Denn hat wohl jemand zu Gott gesagt: ‚Ich habe meine Strafe getragen; ich will nicht mehr sündigen; 32lehre du mich, was ich nicht sehe; habe ich Unrecht getan, so will ich es nicht mehr tun‘? 33Soll er dir nach deinem Sinn vergelten, weil du seine Zurechtweisung verwirfst? Denn du musst wählen, nicht ich; darum sage an, was du weißt. 34Verständige Männer werden zu mir sagen, und jeder Weise, der mich hört, wird sprechen: 35‚Hiob redet ohne Erkenntnis, und seine Worte sind ohne Einsicht.‘ 36Ach, dass Hiob bis aufs Äußerste geprüft würde, weil er antwortet wie die Gottlosen! 37Denn er fügt zu seiner Sünde noch die Auflehnung hinzu; er verhöhnt uns offen und häuft seine Worte gegen Gott.“