Der Vater kündigt siebzig Jahre der Verbannung an
Dreiundzwanzig Jahre Reden, und niemand hörte zu. Nun nennt unser Vater Nebukadnezar seinen Knecht und setzt siebzig Jahre für das Exil fest — dann das Gericht auch über Babel. Jeremia trägt einen Becher des Zorns von Volk zu Volk, und keines darf sich weigern zu trinken.
25 1Das Wort, das an Jeremia erging über das ganze Volk Juda, im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda – das ist das erste Jahr Nebukadnezars, des Königs von Babel. 2Jeremia, der Prophet, sprach dies zu dem ganzen Volk Juda und zu allen, die in Jerusalem wohnen: 3Vom dreizehnten Jahr Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, bis auf diesen Tag, diese dreiundzwanzig Jahre, ist das Wort unseres Vaters zu mir gekommen; und ich habe unaufhörlich zu euch geredet, aber ihr habt nicht gehört. 4Und unser Vater hat immer wieder alle seine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, aber ihr habt nicht gehört und eure Ohren nicht geneigt, um zu hören.
5Sie sprachen: „Kehrt doch um, ein jeder von seinem bösen Weg und von seinen bösen Taten, und bleibt in dem Land, das unser Vater euch und euren Vätern gegeben hat, von alters her und in Ewigkeit. 6Und lauft nicht anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen und euch vor ihnen niederzuwerfen, und reizt mich nicht zum Zorn mit dem Werk eurer Hände, so werde ich euch nichts Böses tun.“
7Aber ihr habt nicht auf mich gehört, spricht unser Vater, sondern habt mich zum Zorn gereizt mit dem Werk eurer Hände, euch selbst zum Unheil.
8Darum, so spricht der Vater der himmlischen Heerscharen: Weil ihr auf meine Worte nicht gehört habt, 9siehe, so rufe ich alle Geschlechter des Nordens herbei, spricht unser Vater, samt Nebukadnezar, dem König von Babel, meinem Knecht. Ich will sie über dieses Land bringen und über seine Bewohner und über all diese Völker ringsum, und ich will an ihnen den Bann vollstrecken und sie zum Entsetzen machen, zum Gespött und zu ewigen Trümmern. 10Und ich will unter ihnen aufhören lassen die Stimme der Freude und die Stimme der Wonne, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, das Geräusch der Mühlen und das Licht der Lampe. 11Und dieses ganze Land soll zur Trümmerstätte und zur Wüste werden, und diese Völker sollen dem König von Babel dienen siebzig Jahre lang.“
12Wenn aber die siebzig Jahre vollendet sind, will ich den König von Babel und jenes Volk und das Land der Chaldäer heimsuchen um ihrer Schuld willen, spricht unser Vater, und will es zur ewigen Wüste machen. 13Und ich will über jenes Land alle meine Worte bringen, die ich gegen es geredet habe, alles, was in diesem Buch geschrieben steht, was Jeremia geweissagt hat über alle Völker. 14Denn auch sie sollen mächtigen Völkern und großen Königen dienstbar sein; und ich will ihnen vergelten nach ihrem Tun und nach dem Werk ihrer Hände.
Der Kelch des Zornes des Vaters
15Denn so hat unser Vater Israels zu mir gesprochen: Nimm diesen Kelch mit dem Wein des Zornes aus meiner Hand und gib ihn allen Völkern zu trinken, zu denen ich dich sende. a a v15 Der Kelch des Zornes, den die Völker trinken müssen, ist der Kelch, den Jesus an unserer Stelle genommen hat – „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir“ (Lukas 22,42) –, damit die, die ihm vertrauen, ihn niemals trinken müssen. 16Und sie sollen trinken und taumeln und rasen vor dem Schwert, das ich unter sie sende.
17Da nahm ich den Kelch aus der Hand unseres Vaters und gab ihn allen Völkern zu trinken, zu denen er mich sandte: 18Jerusalem und den Städten Judas, ihren Königen und ihren Fürsten, um sie zur Trümmerstätte zu machen, zum Entsetzen, zum Gespött und zum Fluch, wie es heute ist; 19dem Pharao, dem König von Ägypten, samt seinen Knechten, seinen Fürsten und seinem ganzen Volk; 20und all dem vermischten Volk; allen Königen des Landes Uz; allen Königen des Philisterlandes – Aschkelon, Gaza, Ekron und dem Überrest von Aschdod; 21Edom, Moab und den Söhnen Ammons; 22allen Königen von Tyrus, allen Königen von Sidon und den Königen der Küstenländer jenseits des Meeres; 23Dedan, Tema, Bus und allen, die sich die Haare an den Schläfen stutzen; b b v23 Das Stutzen der Haare an den Schläfen war ein Brauch, an dem man bestimmte arabische Wüstenstämme erkannte. 24allen Königen Arabiens und allen Königen des vermischten Volkes, die in der Wüste wohnen; 25allen Königen von Simri, allen Königen von Elam und allen Königen von Medien; 26allen Königen des Nordens, den nahen und den fernen, einem nach dem andern, und allen Königreichen der Welt, die auf dem Erdboden sind; und nach ihnen soll der König von Scheschach trinken. c c v26 Scheschach ist ein verborgener Deckname für Babel, gebildet durch Umkehrung seiner Buchstaben – eine Weise, das kommende Gericht über Babel zu benennen, ohne es offen auszusprechen.
27Und du sollst zu ihnen sagen: So spricht der Vater der himmlischen Heerscharen, der Vater Israels: Trinkt, dass ihr trunken werdet und speit und niederfallt und nicht wieder aufsteht vor dem Schwert, das ich unter euch sende. 28Und wenn sie sich weigern, den Kelch aus deiner Hand zu nehmen und zu trinken, so sprich zu ihnen: „So spricht der Vater der himmlischen Heerscharen: Ihr müsst trinken! 29Denn siehe, bei der Stadt, die nach meinem Namen genannt ist, fange ich an, Unheil zu bringen; und ihr solltet ungestraft bleiben? Ihr werdet nicht ungestraft bleiben; denn ich rufe das Schwert herbei über alle Bewohner der Erde, spricht der Vater der himmlischen Heerscharen.“
30„Weissage gegen sie alle diese Worte und sprich zu ihnen: „Unser Vater brüllt aus der Höhe und lässt seine Stimme erschallen aus seiner heiligen Wohnung; er brüllt gewaltig über seine Weide, er stimmt ein Jauchzen an wie die Keltertreter gegen alle Bewohner der Erde.“ 31Der Schall dringt bis an die Enden der Erde, denn unser Vater führt einen Rechtsstreit mit den Völkern; er hält Gericht über alles Fleisch, und die Gottlosen übergibt er dem Schwert, spricht unser Vater.“
32So spricht der Vater der himmlischen Heerscharen: Siehe, Unheil zieht von Volk zu Volk, und ein gewaltiger Sturm erhebt sich von den Enden der Erde.
33An jenem Tag werden die Erschlagenen unseres Vaters liegen von einem Ende der Erde bis zum andern – unbeklagt, nicht aufgelesen und nicht begraben; zu Dünger auf dem Erdboden sollen sie werden.
34Heult, ihr Hirten, und schreit; wälzt euch im Staub, ihr Gewaltigen der Herde! Denn die Tage eures Schlachtens sind gekommen; ihr werdet fallen und zerschmettert werden wie ein kostbares Gefäß. 35Und es wird keine Zuflucht sein für die Hirten und kein Entrinnen für die Gewaltigen der Herde. 36Horch – das Geschrei der Hirten und das Heulen der Gewaltigen der Herde! Denn unser Vater verwüstet ihre Weide, 37und die friedlichen Auen sind verstummt vor dem grimmigen Zorn unseres Vaters. 38Wie ein Löwe hat er seine Höhle verlassen, denn ihr Land ist zur Wüste geworden vor dem Schwert des Bedrängers und vor dem grimmigen Zorn unseres Vaters.