Der Vater gebietet Jeremia, nicht zu heiraten
Unser Vater sagt Jeremia, er solle nicht heiraten, zu keiner Trauerfeier gehen, an keinem Fest teilnehmen — sein eigenes Leben wird zum Zeichen dafür, dass der gewohnte Trost zu Ende geht. Als sie fragen, was sie falsch gemacht haben, sagt er es ihnen unverblümt. Jenseits der Verbannung: eine Heimkehr, größer als der Exodus.
16 1Das Wort unseres Vaters kam zu mir:
2„Du sollst dir keine Frau nehmen, und du sollst an diesem Ort keine Söhne oder Töchter haben.“
3Denn so spricht unser Vater über die Söhne und Töchter, die hier geboren werden, über ihre Mütter, die sie zur Welt bringen, und über ihre Väter, die sie in diesem Land zeugen:
4Sie werden an tödlichen Krankheiten sterben, unbeklagt und unbegraben; wie Dung auf dem Feld werden sie sein. Schwert und Hunger werden ihnen ein Ende machen, und ihre Leichen werden den Vögeln des Himmels und den Tieren der Erde zum Fraß werden.
5So spricht unser Vater: Geh in kein Haus der Trauer, geh nicht hin, um zu klagen oder sie zu beweinen; denn ich habe meinen Frieden von diesem Volk genommen, spricht unser Vater—meine beständige Liebe und mein Erbarmen. 6Groß und Klein werden in diesem Land sterben und nicht begraben werden; niemand wird um sie klagen, sich ihretwegen wund ritzen oder sich das Haupt kahl scheren. a a v6 Sich zu ritzen und das Haupt kahl zu scheren waren im alten Israel überlieferte Zeichen der Trauer. 7Niemand bricht mit den Trauernden das Brot, um sie über einen Toten zu trösten, noch reicht man ihnen den Becher des Trostes für Vater oder Mutter. b b v7 Der „Becher des Trostes“ war ein gemeinsamer Trunk, den man trauernden Familien nach einem Begräbnis reichte; hier wird selbst dieser schlichte Trost genommen.
8Und geh in kein Haus des Festmahls, um dich zu ihnen zu setzen, um zu essen und zu trinken. 9So spricht der Vater der himmlischen Heerscharen, der Vater Israels: Vor euren Augen und in euren Tagen werde ich an diesem Ort verstummen lassen den Klang von Freude und Wonne, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut.
10Wenn du diesem Volk alle diese Worte verkündest und sie dich fragen: ‚Warum hat unser Vater dieses große Unheil über uns beschlossen? Was ist unsere Schuld, was unsere Sünde, die wir gegen unseren Vater begangen haben?‘
11dann sage ihnen: Weil eure Väter mich verlassen haben, spricht unser Vater, und anderen Göttern nachgefolgt sind, ihnen gedient und sich vor ihnen niedergeworfen haben, mich aber verlassen und meine Weisung nicht gehalten haben.
12Und ihr habt es noch schlimmer getrieben als eure Väter; denn siehe, ein jeder folgt der Verstocktheit seines bösen Herzens und hört nicht auf mich. 13Darum werde ich euch aus diesem Land hinauswerfen in ein Land, das weder ihr noch eure Väter gekannt habt, und dort werdet ihr anderen Göttern dienen Tag und Nacht, weil ich euch keine Gnade erweisen werde.
14„Darum siehe, es kommen Tage, spricht unser Vater, da man nicht mehr sagen wird: ‚So wahr unser Vater lebt, der Israel aus Ägypten heraufgeführt hat‘,
15sondern: ‚So wahr unser Vater lebt, der die Israeliten heraufgeführt hat aus dem Land des Nordens und aus allen Ländern, wohin er sie verstoßen hatte.‘ Denn ich werde sie zurückbringen in ihr Land, das ich ihren Vätern gegeben habe. c c v15 Die Verheißung einer Heimkehr, größer als die Rettung aus Ägypten — unser Vater sammelt seine Kinder zurück aus jedem Land, in das er sie zerstreut hatte.
16„Siehe, ich sende viele Fischer aus, spricht unser Vater, die sollen sie fangen. Danach sende ich viele Jäger aus, die sollen sie jagen von jedem Berg und jedem Hügel und aus den Felsspalten. 17Denn meine Augen sehen auf alle ihre Wege; sie sind nicht verborgen vor meinem Angesicht, und ihre Schuld ist nicht verhüllt vor meinen Augen. 18Zuerst will ich ihre Schuld und Sünde doppelt vergelten—weil sie mein Land entweiht haben mit den Leichnamen ihrer abscheulichen Götzen und mein Erbe mit ihren Gräueln erfüllt haben.“
19Mein Vater, meine Stärke und meine Feste, meine Zuflucht am Tag der Not—zu dir werden die Völker kommen von den Enden der Erde und sagen: „Nichts als Lügen haben unsere Väter geerbt, nichtige Dinge, die zu nichts nützen. 20Kann sich ein Mensch selber Götter machen? Und doch sind es keine Götter!“
21„Darum siehe, diesmal will ich sie erkennen lassen; ich will sie meine Hand und meine Macht erkennen lassen, und sie werden erkennen, dass mein Name der Vater ist.“