Das Land schreit in der Dürre
Dürre leert die Zisternen, die Bauern verhüllen ihr Haupt, und eine Hirschkuh lässt ihr Junges im Stich, weil kein Gras da ist. Das Volk fleht und beruft sich dabei auf den Namen des Vaters selbst; er sagt Jeremia, er solle nicht für sie beten. Die Propheten, die Sicherheit versprachen, wurden nie gesandt. Das Kapitel schließt und fragt noch immer.
14 1Dies ist das Wort unseres Vaters, das an Jeremia erging über die Dürre: 2Juda trauert, und seine Tore veröden; sein Volk sitzt trauernd am Boden, und ein Geschrei steigt auf von Jerusalem.
3„Die Vornehmen senden ihre Diener nach Wasser; sie gehen zu den Zisternen und finden kein Wasser. Sie kehren zurück mit leeren Krügen; sie sind beschämt und zuschanden geworden und verhüllen ihr Haupt. 4Weil der Boden aufgerissen und rissig ist, denn es fiel kein Regen auf das Land, sind die Bauern beschämt; sie verhüllen ihr Haupt. 5Selbst die Hirschkuh auf dem Feld verlässt ihr neugeborenes Junges, weil kein Gras da ist. 6Die Wildesel stehen auf den kahlen Höhen; sie schnappen nach Luft wie die Schakale; ihre Augen erlöschen, weil kein Gras da ist. 7‚Wenn auch unsere Sünden gegen uns zeugen, so handle doch, unser Vater, um deines Namens willen; denn immer wieder sind wir von dir abgewichen—wir haben gegen dich gesündigt. 8Hoffnung Israels, Israels Retter in der Zeit der Not, warum bist du wie ein Fremder im Land, wie ein Wanderer, der nur über Nacht Rast macht? 9Warum bist du wie einer, der überrascht wird, wie ein Held, der nicht helfen kann? Und doch bist du, unser Vater, mitten unter uns, und wir sind nach deinem Namen genannt; verlass uns nicht!'
10„So spricht unser Vater über dieses Volk: ‚Sie liebten es so sehr umherzuschweifen; sie hielten ihre Füße nicht zurück. Darum habe ich kein Gefallen an ihnen; nun will ich ihrer Schuld gedenken und ihre Sünden strafen.'
11„Und unser Vater sprach zu mir: ‚Bitte nicht um das Wohlergehen dieses Volkes. 12Wenn sie fasten, will ich ihr Schreien nicht hören; wenn sie Brandopfer und Speisopfer darbringen, will ich sie nicht annehmen. Durch Schwert, Hunger und Pest will ich ihnen ein Ende machen.'“
Propheten, die im Namen unseres Vaters lügen
13Da sagte ich: „Ach, Herr und Vater, sieh doch—die Propheten sagen ihnen: ‚Ihr werdet das Schwert nicht sehen, und der Hunger wird nicht über euch kommen, sondern ich will euch an diesem Ort beständigen Frieden geben.'“
14Da sprach unser Vater zu mir: „Die Propheten weissagen Lügen in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, ihnen nichts geboten und nicht zu ihnen geredet. Sie weissagen euch falsche Gesichte, nichtige Wahrsagerei und den Betrug ihres eigenen Herzens. 15So spricht unser Vater über die Propheten, die in meinem Namen weissagen, obwohl ich sie nicht gesandt habe, und die sagen: ‚Kein Schwert und kein Hunger wird dieses Land treffen': Durch Schwert und Hunger sollen diese Propheten umkommen. 16Und das Volk, dem sie weissagen, wird auf den Gassen Jerusalems liegen, hingeworfen durch Hunger und Schwert, und niemand wird sie begraben—sie, ihre Frauen, Söhne und Töchter. Denn ich will ihre eigene Bosheit über sie ausgießen.
17Sage ihnen dies: ‚Meine Augen sollen von Tränen fließen Tag und Nacht und nicht aufhören, denn die jungfräuliche Tochter meines Volkes ist zerschmettert durch einen schweren Schlag, eine Wunde, die nicht mehr heilt. a a v17 Hier gibt unser Vater dem Jeremia Worte, die seine eigenen Tränen tragen — der Schmerz eines Vaters über Kinder, die über alle Heilung hinaus verwundet sind, der Tag und Nacht um sie weint.
18Gehe ich hinaus aufs Feld, so liegen da die vom Schwert Erschlagenen; komme ich in die Stadt, so sind da die Verheerungen des Hungers. Denn Prophet und Priester gehen ihrem Gewerbe nach in einem Land, das sie nicht einmal kennen.'“
19Hast du denn Juda ganz verworfen? Verabscheut dein Herz Zion? Warum hast du uns geschlagen, sodass es für uns keine Heilung mehr gibt? Wir hofften auf Frieden, doch kam nichts Gutes; auf eine Zeit der Heilung, doch stattdessen ist da nur Schrecken. 20Wir erkennen unsere Bosheit, unser Vater, und die Schuld unserer Väter; wir haben gegen dich gesündigt. 21Um deines Namens willen verschmähe uns nicht; entehre nicht den Thron deiner Herrlichkeit. Gedenke deines Bundes mit uns und brich ihn nicht. 22Kann etwa unter den nichtigen Götzen der Völker einer Regen bringen? Oder können die Himmel von selbst Regenschauer geben? Bist nicht du es, unser Vater? Auf dich setzen wir unsere Hoffnung, denn du bist es, der dies alles tut.