Der Vater sieht das Schreien der Unterdrückten
Der vorenthaltene Lohn der Schnitter schreit und dringt an die Ohren des Vaters der himmlischen Heere; den Reichen, die gehortet haben, wird gesagt, sie sollen weinen. Allen anderen wird gesagt: wartet wie ein Bauer, betet, wenn ihr leidet, bekennt einander die Sünden und geht dem nach, der sich verirrt.
5 1Wohlan nun, ihr Reichen, weint und klagt über das Elend, das über euch kommen wird! 2Euer Reichtum ist verfault, und eure Kleider sind von Motten zerfressen. 3Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird gegen euch Zeugnis ablegen und euer Fleisch verzehren wie Feuer. Ihr habt Reichtümer aufgehäuft in den letzten Tagen. 4Seht: Der Lohn, den ihr den Arbeitern vorenthalten habt, die eure Felder abgemäht haben, schreit, und das Rufen der Schnitter ist zu den Ohren des Vaters der himmlischen Heerscharen gedrungen. 5Ihr habt auf Erden in Üppigkeit und Genusssucht gelebt. Ihr habt eure Herzen gemästet am Tag der Schlachtung. 6Ihr habt den Gerechten verurteilt und getötet, und er leistet euch keinen Widerstand.
Wartet mit geduldigen Herzen
7So seid nun geduldig, Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn. Denkt an den Bauern: Er wartet geduldig auf die kostbare Frucht des Landes, bis sie den Frühregen und den Spätregen empfängt. 8Auch ihr müsst geduldig sein. Stärkt eure Herzen, denn das Kommen des Herrn ist nahe. 9Klagt nicht übereinander, Brüder und Schwestern, damit ihr nicht gerichtet werdet. Seht – der Richter steht vor der Tür. 10Nehmt euch, Brüder und Schwestern, die Propheten zum Vorbild an Leiden und Geduld, die im Namen unseres Vaters geredet haben. 11Seht, wir preisen die selig, die ausgeharrt haben. Ihr habt von Hiobs Ausharren gehört und gesehen, was unser Vater bewirkt hat – unser Vater ist reich an Erbarmen und Barmherzigkeit.
12Vor allem aber, meine Brüder und Schwestern, schwört nicht – weder beim Himmel noch bei der Erde noch mit irgendeinem anderen Eid. Euer Ja sei ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht dem Gericht verfallt.
Das Gebet des Glaubens heilt
13Leidet jemand unter euch? Der bete. Ist jemand fröhlich? Der singe Loblieder. 14Ist jemand krank unter euch? Der rufe die Ältesten der Gemeinde, und sie sollen über ihm beten und ihn mit Öl salben im Namen des Herrn. 15Und das Gebet des Glaubens wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten. Und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. 16So bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet. Das Gebet eines Gerechten vermag viel und ist wirksam. 17Elia war ein Mensch wie wir, und er betete inständig, dass es nicht regnen solle; und es regnete nicht auf das Land drei Jahre und sechs Monate lang. 18Dann betete er wieder, und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht hervor.
19Meine Brüder und Schwestern, wenn jemand unter euch von der Wahrheit abirrt und einer ihn zurückführt, 20so wisst: Wer einen Sünder von seinem Irrweg zurückführt, der rettet dessen Seele vom Tod und deckt eine Menge von Sünden zu.