Seine Hand ist nicht zu kurz
Mit dem Gehör unseres Vaters ist nichts verkehrt; die Sünde ist es, die dazwischensteht. Das Volk beschreibt es selbst: Am Mittag tastet es an Wänden entlang und wartet auf ein Recht, das nie kommt. Niemand tritt ein, darum rüstet er sich und kommt als Erlöser zu denen, die umkehren.
59 1Siehe, die Hand unseres Vaters ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören. 2Sondern eure Verfehlungen trennen euch von eurem Vater, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, sodass er nicht hört. 3Denn eure Hände sind mit Blut befleckt, und eure Finger mit Sünde; eure Lippen reden Lügen, eure Zunge murmelt Bosheit. 4Niemand ruft nach Recht, und niemand bringt seine Sache in Aufrichtigkeit vor. Sie vertrauen auf Nichtiges und reden Lügen; sie empfangen Unheil und gebären Böses. 5Sie brüten Natterneier aus und weben Spinnengewebe; wer von ihren Eiern isst, stirbt, und wenn eines zerdrückt wird, fährt eine Natter heraus. 6Ihr Gewebe taugt nicht zum Kleid, und mit ihren Machwerken können sie sich nicht bedecken. Ihre Werke sind Werke des Unrechts, und Gewalttat ist in ihren Händen. 7Ihre Füße laufen zum Bösen, und sie eilen, unschuldiges Blut zu vergießen. Ihre Gedanken sind Gedanken des Unrechts; Verwüstung und Zerstörung liegen auf ihren Wegen. 8Den Weg des Friedens kennen sie nicht, und kein Recht ist auf ihren Bahnen. Sie machen ihre Pfade krumm; keiner, der auf ihnen geht, kennt den Frieden. 9Darum ist das Recht fern von uns, und die Gerechtigkeit erreicht uns nicht. Wir warten auf Licht, doch da ist nur Finsternis; auf Helligkeit, doch wir wandeln im Dunkel. 10Wir tasten an der Wand entlang wie die Blinden; wie die ohne Augen tasten wir. Wir straucheln am Mittag wie in der Dämmerung; unter den Starken sind wir wie die Toten. 11Wir alle brummen wie die Bären und gurren klagend wie die Tauben. Wir warten auf Recht, doch es ist keins da; auf Rettung, doch sie bleibt fern von uns. 12Denn unserer Übertretungen sind viele vor dir, und unsere Sünden zeugen gegen uns. Unsere Übertretungen sind bei uns, und unsere Verschuldungen kennen wir: 13wir haben uns aufgelehnt und unseren Vater verleugnet, wir sind abgewichen, unserem Vater nachzufolgen, wir haben von Unterdrückung und Auflehnung geredet, wir haben Lügenworte aus dem Herzen empfangen und gemurmelt.
14So ist das Recht zurückgewichen, und die Gerechtigkeit steht fern; denn die Wahrheit ist gestrauchelt auf dem Markt, und die Redlichkeit kann nicht einkehren. 15Die Wahrheit ist verschwunden, und wer vom Bösen weicht, wird beraubt. Unser Vater sah es, und es missfiel ihm, dass kein Recht da war. 16Er sah, dass niemand da war, und war entsetzt, dass keiner sich ins Mittel legte; da schaffte ihm sein eigener Arm Rettung, und seine Gerechtigkeit stützte ihn. a a v16 Unser Vater sah, dass niemand retten konnte, darum sandte er seinen eigenen Arm — die Kraft seiner Rettung. Johannes bezeichnet den Arm unseres Vaters als Jesus (Johannes 12,38). 17Er zog die Gerechtigkeit an wie einen Panzer, und setzte den Helm des Heils auf sein Haupt; er kleidete sich in die Gewänder der Vergeltung und hüllte sich in Eifer wie in einen Mantel.
18Nach ihren Taten, so wird er vergelten: Zorn seinen Widersachern, Vergeltung seinen Feinden; den fernen Küsten wird er geben, was sie verdienen. 19So werden sie den Namen unseres Vaters fürchten vom Westen her, und seine Herrlichkeit vom Aufgang der Sonne; denn er wird kommen wie ein reißender Strom, getrieben vom Wind unseres Vaters. 20Dann wird der Erlöser — Jesus — nach Zion kommen, zu denen in Jakob, die sich von ihren Sünden abwenden, spricht unser Vater. b b v20 Paulus zitiert diesen Vers von der Wiederkunft Jesu — Römer 11,26. Der Erlöser, der nach Zion kommt, um die Kinder unseres Vaters zu sammeln, ist Jesus.
21„Ich aber, das ist mein Bund mit ihnen“, spricht unser Vater: „Mein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich in deinen Mund gelegt habe, werden nicht weichen aus deinem Mund, noch aus dem Mund deiner Kinder, noch aus dem Mund der Kinder deiner Kinder“, spricht unser Vater, „von nun an bis in Ewigkeit.“