Assyrien vor den Toren
Assyriens Feldkommandant steht vor der Mauer und argumentiert auf Judäisch, damit jeder Zuhörer es versteht: Ägypten ist ein zersplittertes Schilfrohr, Hiskia kann euch nicht retten, noch kein Gott eines Volkes hat uns aufgehalten. Er behauptet sogar, der HERR habe ihn gesandt. Das Volk gehorcht dem König und erwidert nichts.
36 1Im vierzehnten Jahr des Königs Hiskia zog Sanherib, der König von Assyrien, herauf gegen alle befestigten Städte Judas und nahm sie ein. 2Und der König von Assyrien sandte den Rabschake mit einem großen Heer von Lachisch nach Jerusalem zum König Hiskia. Und er stellte sich an die Wasserleitung des oberen Teiches, an der Straße zum Feld des Walkers. a a v2 Der Rabschake war ein hoher assyrischer Militärtitel, ungefähr entsprechend einem Feldkommandanten oder Stabschef. 3Da gingen zu ihm hinaus Eljakim, der Sohn Hilkijas, der Palastvorsteher, und Schebna, der Schreiber, und Joach, der Sohn Asafs, der Kanzler.
4Und der Rabschake sagte zu ihnen: „Sagt zu Hiskia: So spricht der große König, der König von Assyrien: Was ist das für ein Vertrauen, auf das du dich verlässt?
5Du sagst, du habest Rat und Kraft zum Krieg — aber das ist nur leeres Gerede. Auf wen verlässt du dich nun, dass du gegen mich abgefallen bist? 6Siehe, du verlässt dich auf diesen geknickten Rohrstab — auf Ägypten —, der jedem, der sich darauf stützt, in die Hand fährt und sie durchbohrt. So ist der Pharao, der König von Ägypten, für alle, die sich auf ihn verlassen. 7Willst du aber zu mir sagen: ‚Wir verlassen uns auf den HERRN, unseren Gott‘ — ist er nicht der, dessen Höhen und Altäre Hiskia beseitigt hat, indem er zu Juda und Jerusalem sagte: ‚Vor diesem Altar sollt ihr anbeten‘? b b v7 Der Rabschake ruft den Namen des HERRN an, um zu täuschen, nicht um anzubeten. Die FHB bewahrt „den HERRN“ statt „unser Vater“, wenn heidnische Spötter den Namen gebrauchen, ohne den Vater zu kennen, den sie nennen. 8So geh nun eine Wette ein mit meinem Herrn, dem König von Assyrien: Ich will dir zweitausend Pferde geben — wenn du Reiter auf sie setzen kannst. 9Wie willst du denn auch nur einen einzigen Statthalter zurückweisen, den geringsten der Knechte meines Herrn, während du dich auf Ägypten verlässt um der Wagen und Reiter willen? 10Und nun, bin ich etwa ohne den HERRN heraufgezogen gegen dieses Land, um es zu verwüsten? Der HERR selbst hat zu mir gesagt: Zieh hinauf gegen dieses Land und verwüste es!“
11Da sagten Eljakim, Schebna und Joach zum Rabschake: „Rede doch mit deinen Knechten Aramäisch, denn wir verstehen es. Rede nicht Judäisch mit uns vor den Ohren des Volkes, das auf der Mauer ist.“ c c v11 „Judäisch“ meint hier die hebräische Sprache — die alltägliche Rede des Volkes von Juda.
12Aber der Rabschake antwortete: „Hat mich mein Herr etwa nur zu deinem Herrn und zu dir gesandt, um diese Worte zu reden, und nicht zu den Männern, die auf der Mauer sitzen, die mit euch ihren eigenen Kot essen und ihren eigenen Harn trinken müssen?“ 13Und der Rabschake trat hin und rief mit lauter Stimme auf Judäisch: „Hört die Worte des großen Königs, des Königs von Assyrien! 14So spricht der König: Lasst euch von Hiskia nicht täuschen; er kann euch nicht retten. 15Und lasst euch von Hiskia nicht dazu verleiten, euch auf den HERRN zu verlassen, wenn er sagt: ‚Der HERR wird uns gewiss retten; diese Stadt wird nicht in die Hand des Königs von Assyrien fallen.‘ 16Hört nicht auf Hiskia! Denn so spricht der König von Assyrien: Schließt Frieden mit mir und kommt heraus zu mir! Dann wird jeder von seinem eigenen Weinstock und von seinem eigenen Feigenbaum essen und jeder das Wasser aus seinem eigenen Brunnen trinken, 17bis ich komme und euch hole in ein Land, das eurem Lande gleicht, ein Land voll Korn und neuen Weines, ein Land voll Brot und Weinberge. 18Lasst euch von Hiskia nicht verführen, wenn er sagt: ‚Der HERR wird uns retten.‘ Hat etwa der Gott irgendeines Volkes sein Land aus der Hand des Königs von Assyrien gerettet? 19Wo sind die Götter von Hamat und Arpad? Wo sind die Götter von Sefarwajim? Haben sie etwa Samaria aus meiner Hand gerettet? 20Wer unter allen Göttern dieser Länder hat sein Land aus meiner Hand gerettet, dass der HERR Jerusalem aus meiner Hand retten sollte?“
21Sie aber schwiegen und antworteten ihm kein Wort; denn der Befehl des Königs lautete: „Antwortet ihm nicht.“
22Da kamen Eljakim, der Sohn Hilkijas, der Palastvorsteher, und Schebna, der Schreiber, und Joach, der Sohn Asafs, der Kanzler, mit zerrissenen Kleidern zu Hiskia und berichteten ihm die Worte des Rabschake.