Wind säen, Sturm ernten
Sie säen Wind und ernten Sturm. Die Klage gilt selbstgemachter Religion und selbstgemachter Politik: Könige, ohne unseren Vater eingesetzt, ein Kalb, das ein Handwerker machte, vermehrte Altäre zum Sündigen, im Ausland erkaufte Verbündete, und Israel längst unter den Völkern verschluckt wie ein Gefäß, das niemand will.
8 1Setze die Posaune an deinen Mund! Ein Adler stürzt herab über mein Haus, weil sie meinen Bund gebrochen und sich gegen mein Gesetz aufgelehnt haben. 2Zu mir schreien sie: „Mein Vater! Wir kennen dich – wir, Israel!“ a a v2 Israel ruft und behauptet, den Vater zu kennen, während es doch seine Wege verwirft – Worte der Vertrautheit aus einem abgewandten Herzen. 3Israel hat verworfen, was gut ist; ein Feind wird ihn verfolgen. 4Sie setzen Könige ein, aber nicht von mir aus; sie bestellen Fürsten, und ich wusste nichts davon. Aus ihrem Silber und Gold machten sie sich Götzen, nur damit sie ausgerottet werden. 5Ich habe dein Kalb verworfen, Samaria; mein Zorn ist entbrannt gegen sie. Wie lange werden sie unfähig zur Unschuld sein? 6Denn dieses Kalb stammt aus Israel; ein Handwerker hat es gemacht – es ist nicht Gott. Das Kalb von Samaria wird in Stücke zerschlagen werden. 7Sie säen Wind, und sie werden Sturm ernten. Das Getreide auf dem Halm hat keine Ähren; es gibt kein Mehl. Und brächte es welches, so würden Fremde es verschlingen. 8Israel ist verschlungen worden; nun sind sie unter den Völkern wie ein Gefäß, das niemand haben will. 9Denn sie sind hinaufgezogen nach Assyrien – ein wilder Esel, der einsam umherstreift. Ephraim hat sich an Liebhaber verdungen. b b v9 „Liebhaber“ sind die fremden Völker, die Israel für militärischen Schutz bezahlte – Hoseas durchgängiges Bild von Israel als untreue Frau, die anderen Partnern nachjagt. 10Auch wenn sie sich Verbündete unter den Völkern mieten, so will ich sie nun einsammeln. Und bald werden sie sich winden unter der Last des Königs der Fürsten. c c v10 „Der König der Fürsten“ ist der assyrische Herrscher – der große Oberherr über alle Vasallenkönige –, dessen Tributlast Israel bald zu tragen hätte. 11Weil Ephraim die Altäre zum Sündigen vermehrt hat, sind sie ihm zu Altären des Sündigens geworden. 12Und schrieb ich ihm auch die unzähligen Weisungen meines Gesetzes auf, so wurden sie doch wie etwas Fremdes behandelt. 13Was die Schlachtopfer angeht, die sie mir darbringen: Sie opfern Fleisch und essen es, aber ich habe kein Wohlgefallen an ihnen. Nun werde ich ihrer Schuld gedenken und ihre Sünden heimsuchen; sie werden nach Ägypten zurückkehren. 14Israel hat seinen Schöpfer vergessen und Paläste gebaut; und Juda hat viele feste Städte gebaut. Aber ich will Feuer in seine Städte senden, und es wird Judas Festungen verzehren.