Das Heiligtum des ersten Bundes
Ein Rundgang durch das alte Zelt, seine Räume und den Eintritt einmal im Jahr mit Blut, bereitet den Gegensatz vor: Jene Gaben konnten kein Gewissen reinigen. Christus trat ein für alle Mal mit seinem eigenen Blut ein. Wie Menschen einmal sterben und dann vor das Gericht kommen, so wurde er einmal für viele dargebracht.
9 1Nun hatte auch der erste Bund Ordnungen für den Gottesdienst und ein irdisches Heiligtum. 2Es wurde ein Zelt errichtet — das vordere —, in dem der Leuchter, der Tisch und die Schaubrote standen; es wird das Heilige genannt. 3Hinter dem zweiten Vorhang aber war ein Zelt, das man das Allerheiligste nennt. 4Dort standen der goldene Räucheraltar und die Bundeslade, ringsum mit Gold überzogen, in der ein goldener Krug mit Manna, der Stab Aarons, der ausgeschlagen hatte, und die Tafeln des Bundes waren. 5Darüber überschatteten die Cherubim der Herrlichkeit den Gnadenthron — doch davon können wir jetzt nicht im Einzelnen reden.
6Da nun dies so eingerichtet ist, gehen die Priester allezeit in das vordere Zelt und verrichten ihren heiligen Dienst. 7In das zweite aber geht nur einmal im Jahr der Hohepriester allein, und nie ohne Blut, das er für sich selbst und für die Verfehlungen des Volkes darbringt, die aus Unwissenheit geschehen sind. a a v7 Der Hohepriester betrat den innersten Raum nur an einem einzigen Tag im Jahr — am Versöhnungstag —, um das Verhältnis zwischen dem Volk und Gott wieder in Ordnung zu bringen. 8Damit zeigte der Heilige Geist an, dass der Weg in das Heiligtum noch nicht offenbart war, solange das vordere Zelt noch Bestand hatte. 9Das ist ein Sinnbild für die gegenwärtige Zeit. Nach dieser Ordnung werden Gaben und Opfer dargebracht, die das Gewissen dessen, der den Gottesdienst verrichtet, nicht vollkommen machen können, 10sondern die nur Speisen und Getränke und mancherlei Waschungen betreffen — leibliche Vorschriften, die bis zur Zeit der Neuordnung auferlegt sind.
Christus, der größere Hohepriester
11Christus aber ist gekommen als Hoherpriester der Güter, die nun da sind, durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht ist, das heißt, das nicht zu dieser Schöpfung gehört. 12Er ist ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen, nicht mit dem Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut, und hat eine ewige Erlösung erworben. 13Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer jungen Kuh, auf die Unreinen gesprengt, heiligt zur Reinheit des Fleisches, 14wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst durch den ewigen Geist makellos unserem Vater dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, damit wir dem lebendigen Vater dienen? b b v14 Die Sühne Christi ist das Werk aller drei Personen — Jesus bringt sich selbst dar, unser Vater nimmt das Opfer an, und der ewige Geist macht das Opfer wirksam. Das Kreuz ist nicht der Vater gegen den Sohn, sondern unser Vater, der Sohn und der Heilige Geist wirken gemeinsam zu unserer Rettung. 15Darum ist er der Mittler eines neuen Bundes: Ein Tod hat die Menschen erlöst von den Übertretungen unter dem ersten Bund, damit die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen. 16Denn wo ein Testament ist, da muss der Tod dessen festgestellt werden, der es errichtet hat. c c v16 Dasselbe Wort bedeutet sowohl ‚Bund‘ als auch ‚Testament‘; in den Versen 16–17 greift der Verfasser die Bedeutung ‚Testament‘ auf — ein Testament wird erst wirksam, wenn der Mensch stirbt. 17Denn ein Testament wird erst mit dem Tod rechtskräftig; solange der, der es errichtet hat, lebt, hat es keine Gültigkeit. 18Darum ist auch der erste Bund nicht ohne Blut in Kraft gesetzt worden. 19Denn als Mose dem ganzen Volk jedes Gebot des Gesetzes verkündet hatte, nahm er das Blut von Kälbern und Böcken mit Wasser, scharlachroter Wolle und Ysop und besprengte das Buch selbst und das ganze Volk 20und sprach: „Das ist das Blut des Bundes, den unser Vater für euch geboten hat.“
21Ebenso besprengte er auch das Zelt und alle Geräte des Gottesdienstes mit Blut. 22So wird fast alles nach dem Gesetz mit Blut gereinigt; und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung.
23So mussten nun die Abbilder der himmlischen Dinge durch solche Opfer gereinigt werden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Opfer als diese. 24Denn Christus ist nicht in ein von Menschen gemachtes Heiligtum eingegangen, das nur ein Abbild des wahren ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht unseres Vaters zu erscheinen. 25Auch nicht, um sich immer wieder darzubringen, wie der Hohepriester jährlich mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht. 26Sonst hätte er ja seit Grundlegung der Welt viele Male leiden müssen. Nun aber ist er ein einziges Mal am Ende der Zeiten erschienen, um durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben. 27Und wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht, 28so ist auch Christus einmal dargebracht worden, um die Sünden vieler zu tragen; zum zweiten Mal wird er erscheinen — nicht der Sünde wegen, sondern um denen das Heil zu bringen, die ihn sehnlich erwarten.