Die Menschheit vermehrt sich
6 1Als die Menschen begannen, sich auf der Erde zu vermehren, und ihnen Töchter geboren wurden, 2da sahen die Söhne göttlichen Ursprungs, dass die Töchter menschlichen Ursprungs schön waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten. a a v2 Der Vers stellt zwei Kategorien von Wesen einander gegenüber—solche göttlichen Ursprungs und solche menschlichen Ursprungs—und benennt eine Grenze, die zwischen ihnen überschritten wird. Christliche Leser haben die Wesen göttlichen Ursprungs entweder als himmlische Wesen oder als die gottesfürchtige Linie Sets verstanden; beide Deutungen beruhen auf demselben Punkt, den der Vers über den Ursprung macht.
3Da sprach unser Vater: „Mein Geist wird nicht für immer mit dem Menschen ringen, denn sie sind Fleisch; ihre Tage werden 120 Jahre betragen.“
4Die Nephilim waren in jenen Tagen auf der Erde und auch danach, als die Söhne göttlichen Ursprungs zu den Töchtern menschlichen Ursprungs kamen, die ihnen Kinder gebaren. Das waren die Helden der Vorzeit, die berühmten Männer. b b v4 Die Gegenüberstellung von V.2 setzt sich hier fort—Wesen göttlichen Ursprungs, verbunden mit Wesen menschlichen Ursprungs—die Verbindung, aus der die Nephilim hervorgingen. Der Vers behält seinen Blick auf jener Grenze zwischen den beiden Kategorien.
5Unser Vater sah, wie groß die Bosheit der Menschen auf der Erde geworden war—dass jeder Gedanke und jedes Sehnen ihres Herzens allezeit nur böse war. 6Es reute ihn, dass er die Menschen auf der Erde gemacht hatte, und sein Herz erfüllte sich mit Schmerz. c c v6 Das Herz unseres Vaters zerbricht, wenn seine Kinder sich gegen ihn wenden. Dies ist das erste Mal, dass die Schrift unseren Vater trauern zeigt—kein distanziertes Gericht, sondern ein Vater, dessen Herz um seine verlorenen Kinder schmerzt.
7Da sprach unser Vater: „Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vom Angesicht der Erde vertilgen—Menschen, Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels—denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe.“
8Aber Noah fand Gnade vor den Augen unseres Vaters.
9Dies ist die Geschichte Noahs. Noah war ein gerechter Mann, untadelig unter den Menschen seiner Zeit, und Noah wandelte treu mit unserem Vater.
Sem, Ham und Jafet
10Und Noah hatte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet. 11Die Erde aber war verderbt vor unserem Vater und voller Gewalt. 12Unser Vater sah, dass die Erde verderbt war, denn alles Fleisch hatte seinen Weg auf der Erde verderbt.
13Da sprach unser Vater zu Noah: „Das Ende allen Fleisches ist vor mich gekommen, denn die Erde ist voller Gewalt durch die Menschen. Siehe, ich will sie mitsamt der Erde verderben. 14Bau dir eine Arche aus Zypressenholz; mach Kammern darin und bestreiche sie innen und außen mit Pech. d d v14 Pech war eine teerartige Substanz, die über das Holz gestrichen wurde, um die Arche abzudichten und das Wasser fernzuhalten. 15So sollst du sie machen: die Arche etwa 450 Fuß lang, fünfundsiebzig Fuß breit, fünfundvierzig Fuß hoch. 16Mach ein Dach für die Arche und vollende es achtzehn Zoll von oben. Setze eine Tür in ihre Seite und bau sie mit einem unteren, mittleren und oberen Deck. 17Ich selbst bringe die Flutwasser über die Erde, um alles Fleisch zu vernichten, in dem der Odem des Lebens ist, unter dem Himmel; alles, was auf der Erde ist, soll sterben. 18Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen—du, deine Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne mit dir. 19Von allen lebenden Geschöpfen sollst du je zwei in die Arche bringen, um sie mit dir am Leben zu erhalten—ein Männchen und ein Weibchen. 20Von den Vögeln nach ihrer Art, vom Vieh nach seiner Art und von allem Gewürm des Erdbodens nach seiner Art, von allen soll je ein Paar zu dir kommen, damit sie am Leben bleiben. 21Nimm dir von aller Speise, die man essen kann, und sammle sie bei dir, dass sie dir und ihnen zur Nahrung sei.“
22Und Noah tat alles, ganz wie unser Vater ihm geboten hatte.