Die Berufung Abrams
12 1Und unser Vater sprach zu Abram: „Geh aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde. 2Ich will dich zu einem großen Volk machen, und ich will dich segnen; ich will deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein. 3Ich will segnen, die dich segnen, und wer dich verflucht, den will ich verfluchen; und durch dich werden alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.“ a a v3 Paulus nennt diesen Vers das Evangelium, das Abraham im Voraus verkündigt wurde — jede Familie auf Erden durch ihn gesegnet, erfüllt in Jesus (Galater 3,8).
4Da zog Abram aus, wie unser Vater ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran wegzog. 5Abram nahm seine Frau Sarai, seinen Neffen Lot, alle Habe, die sie erworben hatten, und die Menschen, die sie in Haran gewonnen hatten, und zog aus, um in das Land Kanaan zu gehen; und sie kamen in das Land Kanaan. 6Abram durchzog das Land bis zu der Stätte Sichem, bis zur Eiche More. Damals aber wohnten die Kanaaniter im Land.
7Da erschien unser Vater dem Abram und sprach: „Deinen Nachkommen will ich dies Land geben.“ Und Abram baute dort einen Altar unserem Vater, der ihm erschienen war. b b v7 Paulus versteht „Nachkommen“ hier als einen einzigen Nachkommen — Jesus —, durch den der Segen Abrahams alle Völker erreicht (Galater 3,16).
8Von dort brach er auf ins Bergland östlich von Bethel und schlug sein Zelt auf, Bethel im Westen und Ai im Osten. Dort baute er unserem Vater einen Altar und rief den Namen unseres Vaters an. 9Danach zog Abram weiter und wanderte in Richtung Negev.
Hungersnot und der Weg nach Ägypten
10Als aber eine Hungersnot im Land ausbrach, zog Abram hinab nach Ägypten, um sich dort aufzuhalten; denn die Hungersnot lastete schwer auf dem Land. 11Als er sich Ägypten näherte, sprach er zu seiner Frau Sarai: „Ich weiß, dass du eine schöne Frau bist. 12Wenn dich die Ägypter sehen, werden sie sagen: ‚Das ist seine Frau‘, und sie werden mich töten, dich aber am Leben lassen. 13Sag doch, du seist meine Schwester, damit es mir um deinetwillen gut geht und ich um deinetwillen am Leben bleibe.“
14Als nun Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, dass die Frau sehr schön war. 15Und die Fürsten des Pharao sahen sie und priesen sie vor dem Pharao; da wurde die Frau in den Palast des Pharao gebracht. 16Und er tat Abram Gutes um ihretwillen, und Abram bekam Schafe, Rinder, Esel und Eselinnen, Knechte und Mägde und Kamele. 17Aber unser Vater schlug den Pharao und sein Haus mit schweren Plagen um Sarais willen, der Frau Abrams. 18Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach: „Was hast du mir da angetan? Warum hast du mir nicht gesagt, dass sie deine Frau ist? 19Warum hast du gesagt: ‚Sie ist meine Schwester‘, sodass ich sie mir zur Frau nahm? Und nun, hier ist deine Frau; nimm sie und geh!“
20Und der Pharao gab seinen Männern seinetwegen Befehl, und sie geleiteten ihn fort samt seiner Frau und allem, was er hatte.