Böser Rat in der Stadt
Am Stadttor nennt Hesekiel fünfundzwanzig Oberste beim Namen, deren zuversichtliches Gerede von Sicherheit eine Lüge ist, und einer von ihnen fällt tot um, während er weissagt. Entsetzt fragt er, ob überhaupt jemand überlebt. Die Verheißung unseres Vaters ergeht an die zerstreuten Verbannten: ein Herz von Fleisch statt von Stein.
11 1Der Geist hob mich empor und brachte mich zum Osttor des Hauses unseres Vaters, das nach Osten zeigt. Am Eingang standen fünfundzwanzig Männer, und unter ihnen sah ich Jaasanja, den Sohn Assurs, und Pelatja, den Sohn Benajas, die Anführer des Volkes.
2Und er sprach zu mir: „Menschensohn, das sind die Männer, die Unheil ersinnen und bösen Rat geben in dieser Stadt, 3die sagen: ‚Ist es nicht bald Zeit, Häuser zu bauen? Diese Stadt ist der Topf, und wir sind das Fleisch.‘ 4Darum weissage gegen sie; weissage, Menschensohn!“
5Da fiel der Geist unseres Vaters auf mich und gebot mir zu sagen: ‚So spricht unser Vater: So redet ihr, Haus Israel; und was in eurem Geist aufsteigt, das weiß ich.‘ 6Ihr habt viele in dieser Stadt erschlagen und ihre Gassen mit Erschlagenen gefüllt.
7Darum spricht der allmächtige Vater: Die ihr getötet und mitten in der Stadt hingelegt habt, die sind das Fleisch, und die Stadt ist der Topf; euch aber wird man aus ihr hinaustreiben. 8Ihr habt das Schwert gefürchtet, und das Schwert will ich über euch bringen, spricht der allmächtige Vater. 9Ich will euch aus der Stadt hinausführen, euch Fremden preisgeben und Gericht an euch üben. 10Durch das Schwert werdet ihr fallen. An der Grenze Israels will ich euch richten, und ihr werdet erkennen, dass ich euer Vater bin. 11Diese Stadt wird euch nicht zum Topf werden, und ihr werdet nicht das Fleisch darin sein. An der Grenze Israels will ich euch richten, 12und ihr werdet erkennen, dass ich euer Vater bin – ihr, die ihr nicht nach meinen Geboten gewandelt und meine Rechte nicht gehalten habt, sondern nach den Rechten der Völker rings um euch gelebt habt.
Der Vater verheißt ein neues Herz
13Und als ich weissagte, starb Pelatja, der Sohn Benajas. Da fiel ich nieder auf mein Angesicht und schrie mit lauter Stimme: „Ach, allmächtiger Vater! Willst du den Rest Israels ganz und gar vertilgen?“
14Da geschah das Wort unseres Vaters zu mir:
15Menschensohn, deine Brüder – deine Brüder, deine eigenen Verwandten, das ganze Haus Israel, sie alle –, von ihnen sagen die Einwohner Jerusalems: ‚Bleibt fern von Gott; uns ist dieses Land zum Besitz gegeben.‘
16Darum sprich: ‚So spricht der allmächtige Vater: Wohl habe ich sie fern unter die Völker verstoßen und in die Länder zerstreut, doch bin ich ihnen eine kleine Weile zum Heiligtum geworden in den Ländern, wohin sie gekommen sind.‘
17Darum sprich: ‚So spricht der allmächtige Vater: Ich will euch aus den Völkern sammeln und euch aus den Ländern zusammenbringen, in die ihr zerstreut worden seid, und will euch das Land Israel geben.‘
18Und wenn sie dorthin kommen, werden sie alle seine Scheusale und alle seine Gräuel daraus entfernen. 19Und ich will ihnen ein einziges Herz geben und einen neuen Geist in sie legen. Ich will das steinerne Herz aus ihrem Fleisch wegnehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben, 20damit sie nach meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. Und sie werden meine Kinder sein, und ich werde ihr Vater sein. 21Denen aber, deren Herz ihren Scheusalen und Gräueln nachläuft, will ich ihr Tun auf ihren eigenen Kopf bringen, spricht der allmächtige Vater.
22Da erhoben die Cherubim ihre Flügel, und die Räder waren neben ihnen, und die Herrlichkeit des Vaters Israels war über ihnen. 23Und die Herrlichkeit unseres Vaters erhob sich aus der Mitte der Stadt und blieb stehen auf dem Berg, der östlich von der Stadt liegt. 24Und der Geist hob mich empor und brachte mich in einer Vision, durch den Geist unseres Vaters, zu den Weggeführten nach Babylonien. Und die Vision, die ich gesehen hatte, entschwand mir. 25Und ich redete zu den Weggeführten alle Worte, die unser Vater mir gezeigt hatte.