Lies. Empfange. Empfiehl.

♥ Rezensionen

Kohelet 2

Buch

Die Prüfung der Freude

Kapitel 2.

In meinem Herzen sagte ich: „Komm, ich will dich mit Freude prüfen; genieße, was gut ist.“ Aber auch das war flüchtig. Vom Lachen sagte ich: „Es ist Wahnsinn“, und von der Freude: „Was bringt sie zustande?“

Ich erforschte in meinem Herzen, wie ich meinen Leib mit Wein erfreuen könnte – während mein Herz mich noch mit Weisheit leitete – und wie ich die Torheit ergreifen könnte, bis ich sähe, was für die Menschen gut ist zu tun unter dem Himmel, die wenigen Tage ihres Lebens. Ich unternahm große Werke. Ich baute mir Häuser und pflanzte Weinberge. Ich legte mir Gärten und Parks an und pflanzte darin allerlei Fruchtbäume. Ich machte mir Wasserteiche, um einen Wald wachsender Bäume zu bewässern. Ich kaufte Knechte und Mägde und hatte auch im Haus geborene Sklaven. Ich besaß größere Rinder- und Schafherden als alle, die vor mir in Jerusalem waren. Ich sammelte mir Silber und Gold, den Schatz der Könige und Provinzen. Ich verschaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonnen der Menschen – viele Nebenfrauen. So wurde ich groß, größer als alle, die vor mir in Jerusalem waren; und meine Weisheit blieb mir erhalten. Was immer meine Augen begehrten, das versagte ich ihnen nicht. Ich verwehrte meinem Herzen keine Freude, denn mein Herz freute sich an all meiner Arbeit, und das war mein Lohn für all meine Arbeit. Dann betrachtete ich alles, was meine Hände getan hatten, und die Mühe, die ich darauf verwandt hatte, und siehe, es war alles flüchtig, ein Haschen nach Wind; nichts war gewonnen unter der Sonne.

Weisheit gegen Torheit

So wandte ich mich, um Weisheit, Wahnsinn und Torheit zu betrachten. Denn was kann der Nachfolger des Königs tun? Nur das, was schon getan worden ist. Ich sah, dass die Weisheit mehr Gewinn hat als die Torheit, wie das Licht mehr hat als die Finsternis. Der Weise hat seine Augen im Kopf, der Tor aber wandelt in der Finsternis. Und doch erkannte ich, dass sie alle dasselbe Geschick trifft. a a v14 „Hat seine Augen im Kopf“ ist eine hebräische Redewendung: Der Weise sieht klar. Da dachte ich: „Das Geschick des Toren wird auch mich treffen. Warum bin ich denn so überaus weise gewesen?“ Und ich beschloss, dass auch das flüchtig ist. An den Weisen wird man sich, ebenso wie an den Toren, nicht lange erinnern; in den kommenden Tagen sind beide vergessen. Wie stirbt doch der Weise gleich dem Toren! So hasste ich das Leben, denn das Werk, das unter der Sonne getan wird, bekümmerte mich; es ist alles flüchtig, ein Haschen nach Wind.

Die Mühe, einem Fremden überlassen

Ich hasste all meine Arbeit, mit der ich mich unter der Sonne mühte, weil ich sie dem überlassen muss, der nach mir kommt. Und wer weiß, ob er weise sein wird oder ein Tor? Und doch wird er über all das verfügen, wofür ich mit meiner Weisheit unter der Sonne gearbeitet habe. Auch das ist flüchtig.

So überließ ich mein Herz der Verzweiflung über all die Mühe, mit der ich mich unter der Sonne abgemüht hatte. Da müht sich einer mit Weisheit, Erkenntnis und Geschick, und muss es dann doch einem als Anteil überlassen, der sich nie darum gemüht hat. Auch das ist flüchtig und ein großes Übel. Denn was hat der Mensch von all seiner Mühe und dem Streben seines Herzens, mit dem er sich unter der Sonne abmüht? Alle seine Tage bringen Kummer, seine Arbeit Verdruss; selbst in der Nacht findet sein Herz keine Ruhe. Auch das ist flüchtig. Nichts ist besser für den Menschen, als zu essen und zu trinken und sich an seiner Arbeit zu erfreuen. Auch dies, so sah ich, kommt aus der Hand Gottes, denn wer kann essen oder wer kann genießen ohne ihn? Gott gibt dem Menschen, der ihm wohlgefällt, Weisheit, Erkenntnis und Freude; dem Sünder aber gibt er das Geschäft, zu sammeln und aufzuhäufen, nur um es dem zu geben, der Gott wohlgefällt. Auch das ist flüchtig, ein Haschen nach Wind.

A young man reading the Father's Heart Bible print edition in a coffee shop Jetzt gedruckt

Kommentare

Ein Gedanke, eine Frage oder ein Wort, das dieses Kapitel in dir geweckt hat — teile es hier. Jeder Kommentar fügt deinen Namen der Mitwirkendenwand hinzu.

Lesen, Hören, Kopieren und Teilen steht allen offen — kein Konto nötig. Kommentieren, Markieren und deinen Platz merken gibt es mit einem kostenlosen Konto, und jeder Kommentar fügt deinen Namen der Mitwirkendenwand hinzu.

Werde Teil der Familie — kostenlos →
  • Noch keine Kommentare. Sei der Erste, der seine Stimme hinzufügt.