Der Bund unseres Vaters am Horeb
5 1Mose rief ganz Israel und sprach zu ihnen: „Höre, Israel, auf die Satzungen und Rechte, die ich heute vor euren Ohren rede. Lernt sie und haltet sie sorgfältig.“ 2Unser Vater hat am Horeb einen Bund mit uns geschlossen. 3Diesen Bund hat unser Vater nicht mit unseren Vorfahren geschlossen, sondern mit uns, mit uns allen, die wir heute hier am Leben sind. 4Von Angesicht zu Angesicht hat unser Vater mit euch geredet am Berg, mitten aus dem Feuer.
5Ich stand zu jener Zeit zwischen unserem Vater und euch, um euch das Wort unseres Vaters zu verkünden, denn ihr fürchtetet euch vor dem Feuer und stiegt nicht auf den Berg. Er sprach:
6„Ich bin dein Vater, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.
7„Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
8„Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, kein Abbild von irgendetwas, das oben im Himmel, unten auf der Erde oder in den Wassern unter der Erde ist. 9Bete sie nicht an und diene ihnen nicht; denn ich, dein Vater, bin ein eifernder Vater, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, 10aber beständige Liebe erweist an tausend Generationen derer, die mich lieben und meine Gebote halten.
11„Du sollst den Namen deines Vaters nicht missbrauchen; denn unser Vater wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
12„Halte den Sabbattag, dass du ihn heiligst, wie dein Vater dir geboten hat. 13Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun, 14aber der siebente Tag ist ein Sabbat für deinen Vater. Da sollst du keine Arbeit tun — du, dein Sohn oder deine Tochter, dein Knecht oder deine Magd, dein Rind, dein Esel oder all dein Vieh oder der Fremdling in deinen Toren —, damit dein Knecht und deine Magd ruhen wie du. 15Denke daran, dass du ein Sklave in Ägypten warst und dein Vater dich von dort herausgeführt hat mit starker Hand und ausgerecktem Arm. Darum hat dein Vater dir geboten, den Sabbattag zu halten.
16„Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie dein Vater dir geboten hat, damit deine Tage lange währen und es dir wohlgeht in dem Land, das dein Vater dir gibt.
17„Du sollst nicht töten.
18„Du sollst nicht ehebrechen.
19„Du sollst nicht stehlen.
20„Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten.
21„Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten. Du sollst nicht verlangen nach deines Nächsten Haus, Acker, Knecht oder Magd, Rind oder Esel noch nach allem, was deinem Nächsten gehört.“
22Diese Worte redete unser Vater zu eurer ganzen Versammlung am Berg, mitten aus dem Feuer, der Wolke und dem tiefen Dunkel, mit lauter Stimme, und er fügte nichts hinzu. Und er schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln und gab sie mir. 23Als ihr die Stimme aus der Finsternis hörtet, während der Berg im Feuer brannte, da tratet ihr zu mir, alle Häupter eurer Stämme und eure Ältesten,
24und ihr spracht: „Sieh, unser Vater hat uns seine Herrlichkeit und Größe gezeigt, und wir haben seine Stimme aus dem Feuer gehört. Heute haben wir gesehen, dass unser Vater mit einem Menschen redet, und dieser Mensch bleibt am Leben. 25Und nun, warum sollen wir sterben? Dieses große Feuer wird uns verzehren. Wenn wir die Stimme unseres Vaters noch länger hören, so müssen wir sterben. 26Denn wer von allen Menschen hat je die Stimme des lebendigen Vaters mitten aus dem Feuer reden hören wie wir und ist am Leben geblieben? 27Tritt du hinzu und höre alles, was unser Vater sagt; dann sage du uns alles, was unser Vater dir sagt, so wollen wir es hören und tun.“
28Unser Vater hörte eure Worte, die ihr zu mir spracht, und unser Vater sprach zu mir: „Ich habe die Worte dieses Volkes gehört, die sie zu dir geredet haben. Es ist alles recht, was sie gesagt haben. 29Ach, dass sie doch ein solches Herz behielten, mich zu fürchten und alle meine Gebote zu halten ihr Leben lang, damit es ihnen und ihren Kindern wohlginge in Ewigkeit! 30Geh hin und sage ihnen: ‚Kehrt heim in eure Zelte.‘ 31Du aber sollst hier bei mir stehen bleiben, und ich will dir das ganze Gebot sagen — die Satzungen und Rechte —, die du sie lehren sollst, damit sie danach tun in dem Land, das ich ihnen zum Besitz gebe.“
32So achtet nun darauf, dass ihr tut, wie euer Vater euch geboten hat; weicht nicht ab, weder zur Rechten noch zur Linken. 33Auf dem ganzen Weg, den euer Vater euch geboten hat, sollt ihr gehen, damit ihr lebt und es euch wohlgeht und ihr lange bleibt in dem Land, das ihr besitzen werdet.