Das Erlassjahr unseres Vaters
15 1Am Ende von je sieben Jahren sollst du einen Erlass der Schulden gewähren. 2Und so soll der Erlass geschehen: Jeder Gläubiger erlässt seinem Nächsten das Darlehen. Er soll von seinem Nächsten oder seinem Bruder nichts eintreiben, denn unser Vater hat einen Erlass ausgerufen. a a v2 In jedem siebten Jahr wurden die Schulden zwischen Mitisraeliten erlassen — ein regelmäßiger Neuanfang, der verhinderte, dass Armut sich zu bleibendem Verderben verhärtete. 3Von einem Fremden darfst du die Zahlung fordern, aber deinem Bruder sollst du erlassen, was er dir schuldet. 4Doch es soll überhaupt kein Armer unter dir sein, denn unser Vater wird dich gewiss segnen in dem Land, das unser Vater dir zum Erbe gibt, es in Besitz zu nehmen, 5wenn du nur wirklich auf die Stimme unseres Vaters hörst und dieses ganze Gebot sorgfältig hältst, das ich dir heute gebe. 6Denn unser Vater wird dich segnen, wie er es dir zugesagt hat. Du wirst vielen Völkern leihen, aber von keinem borgen; du wirst über viele Völker herrschen, doch über dich wird keines herrschen.
7Wenn einer deiner Brüder arm ist in irgendeiner Stadt in dem Land, das unser Vater dir gibt, so sollst du dein Herz nicht verhärten noch deine Hand vor deinem armen Bruder verschließen. 8Vielmehr sollst du ihm deine Hand weit öffnen und ihm bereitwillig leihen, so viel er für das braucht, was ihm fehlt. 9Hüte dich, dass nicht ein böser Gedanke dein Herz erfülle — ‚Das siebte Jahr, das Erlassjahr, ist nahe‘ —, sodass du deinen armen Bruder mit bösem Blick ansiehst und ihm nichts gibst. Dann wird er über dich zu unserem Vater schreien, und du wirst die Sünde tragen. 10Gib ihm reichlich, und dein Herz sei nicht betrübt, wenn du ihm gibst; denn um dieser Sache willen wird unser Vater dich segnen in all deinem Werk und in allem, was deine Hand unternimmt. 11Weil die Armen niemals aus dem Land verschwinden werden, gebiete ich dir: Öffne deine Hand weit für deinen Bruder, den Armen und Bedürftigen in deinem Land.
Freilassung hebräischer Knechte
12Wenn dein Bruder, ein hebräischer Mann oder eine hebräische Frau, sich dir verkauft und dir sechs Jahre gedient hat, so sollst du ihn im siebten Jahr frei von dir gehen lassen. 13Und wenn du ihn freilässt, sollst du ihn nicht mit leeren Händen fortschicken. 14Reichlich sollst du ihn ausstatten von deiner Herde, deiner Tenne und deiner Kelter; wie unser Vater dich gesegnet hat, so sollst du ihm geben. 15Denke daran, dass du ein Sklave warst im Land Ägypten und unser Vater dich erlöst hat — darum gebiete ich dir dies heute. 16Wenn er aber zu dir sagt: ‚Ich will nicht von dir fortgehen‘, weil er dich und dein Haus liebt, da es ihm gut geht bei dir, 17dann nimm einen Pfriem und stich ihn durch sein Ohr in die Tür, so wird er für immer dein Knecht. Und mit deiner Magd sollst du ebenso verfahren. 18Lass es dir nicht schwer werden, ihn freizulassen — denn seine sechs Jahre waren doppelt so viel wert wie der Lohn eines Tagelöhners. Und unser Vater wird dich segnen in allem, was du tust.
Die Aussonderung der erstgeborenen Tiere
19Alles männliche Erstgeborene, das unter deinen Rindern und Schafen geboren wird, sollst du unserem Vater weihen. Du sollst mit dem Erstgeborenen deiner Rinder nicht arbeiten und das Erstgeborene deiner Schafe nicht scheren. 20Jahr für Jahr sollst du es mit deinem Haus vor unserem Vater essen an der Stätte, die unser Vater erwählt. 21Wenn es aber einen Fehler hat, wenn es lahm oder blind ist oder irgendein schlimmes Gebrechen hat, so sollst du es unserem Vater nicht opfern. 22In deinen Städten sollst du es essen, der Unreine wie der Reine miteinander, wie man Gazelle oder Hirsch isst. 23Nur sein Blut sollst du nicht essen; auf die Erde sollst du es ausgießen wie Wasser.