Moab und Juda nach Hause gerufen
Die Gerichte kreisen von Moab und Juda herein bis zu Israel selbst, und die Anklage ist konkret: den Gerechten für Silber und den Bedürftigen für ein Paar Sandalen zu verkaufen, die Armen zu zertreten, die Propheten zum Schweigen zu bringen. Unser Vater zählt auf, was er ihnen gegeben hat, und sagt dann, er werde sie zermalmen.
2 1So spricht unser Vater: Um drei, ja um vier Vergehen Moabs willen werde ich es nicht zurücknehmen — weil es die Gebeine des Königs von Edom zu Kalk verbrannt hat. 2Darum werde ich Feuer gegen Moab senden, und es wird die Bollwerke von Kerijot verzehren; Moab wird sterben im Getümmel, unter Kriegsgeschrei und dem Klang des Schofars. 3Ich werde den Herrscher aus seiner Mitte ausrotten und alle seine Obersten mit ihm töten, spricht unser Vater.
4So spricht unser Vater: Um drei, ja um vier Vergehen Judas willen werde ich es nicht zurücknehmen — weil sie die Weisung unseres Vaters verworfen und seine Ordnungen nicht gehalten haben, und ihre Lügen haben sie in die Irre geführt, dieselben Lügen, denen ihre Vorfahren gefolgt sind. 5Darum werde ich Feuer gegen Juda senden, und es wird die Bollwerke Jerusalems verzehren.
Das Gericht unseres Vaters über Israel
6So spricht unser Vater: Um drei, ja um vier Vergehen Israels willen werde ich nicht nachgeben — weil sie den Gerechten um Silber verkaufen und den Bedürftigen um ein Paar Sandalen. 7Sie treten die Köpfe der Armen in den Staub der Erde und drängen die Bedrückten vom Weg. Ein Mann und sein Vater gehen zu demselben Mädchen und entweihen so meinen heiligen Namen. 8Sie strecken sich neben jedem Altar aus auf Gewändern, die als Pfand genommen wurden, und im Haus ihres Gottes trinken sie den Wein derer, denen sie Bußen auferlegt haben. 9Ich aber war es, der den Amoriter vor ihnen vertilgte, so hoch wie die Zedern und so stark wie die Eichen; ich vertilgte seine Frucht droben und seine Wurzeln drunten. 10Und ich war es, der euch aus dem Land Ägypten heraufführte und euch vierzig Jahre in der Wüste leitete, damit ihr das Land des Amoriters in Besitz nehmt. 11Ich erweckte einige eurer Söhne zu Propheten und einige eurer jungen Männer zu Nasiräern. Ist es nicht so, ihr Israeliten? spricht unser Vater. a a v11 Nasiräer waren Israeliten, die ein besonderes Gelübde der Weihe an Gott ablegten, sich des Weines enthielten und ihr Haar nicht schnitten (siehe 4. Mose 6). 12Ihr aber gabt den Nasiräern Wein zu trinken, und den Propheten befahlt ihr: „Weissagt nicht!“ 13Seht, ich werde euch an eurem Ort zermalmen, wie ein Wagen voller Garben den Boden unter sich zermalmt. 14Auch der Schnelle wird kein Entrinnen finden, der Starke wird seine Kraft nicht behaupten, und der Krieger wird sein Leben nicht retten. 15Der Bogenschütze wird nicht standhalten, der Schnellfüßige wird nicht entkommen, und der Reiter wird sein Leben nicht retten. 16Auch der Tapferste unter den Kriegern wird an jenem Tag nackt fliehen, spricht unser Vater.