Ihr seid unser Brief
Rivalen sind angekommen, mit Empfehlungsbriefen. Paulus antwortet, dass die Korinther selbst sein Brief sind, geschrieben mit dem Geist unseres lebendigen Vaters auf menschliche Herzen. Er stellt den in Stein gehauenen Bund, herrlich, aber vergehend, dem gegenüber, der bleibt, wo die Decke weggenommen wird und Freiheit ist.
3 1Fangen wir wieder an, uns selbst zu empfehlen? Oder brauchen wir etwa, wie manche, Empfehlungsbriefe an euch oder von euch? 2Ihr selbst seid unser Brief, geschrieben in unsere Herzen, erkannt und gelesen von allen Menschen. 3Ihr erweist euch als ein Brief von Christus, von uns überbracht — geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist unseres lebendigen Vaters, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf Tafeln menschlicher Herzen.
4Ein solches Vertrauen haben wir durch Christus zu unserem Vater. 5Nicht dass wir von uns selbst aus tüchtig wären, etwas als von uns selbst kommend zu beanspruchen, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von unserem Vater. 6Er hat uns tüchtig gemacht, einem neuen Bund zu dienen — nicht dem des Buchstabens, sondern dem des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.
Der neue Bund leuchtet heller
7Wenn aber der Dienst des Todes, mit Buchstaben in Stein gehauen, mit solcher Herrlichkeit kam, dass die Israeliten das Angesicht des Mose nicht anschauen konnten wegen seiner Herrlichkeit — einer Herrlichkeit, die doch verging, 8wie sollte dann nicht der Dienst des Geistes mit noch größerer Herrlichkeit kommen? 9Denn wenn der Dienst der Verdammnis Herrlichkeit hatte, wie viel mehr strömt der Dienst der Gerechtigkeit über von Herrlichkeit! 10Ja, was einst herrlich war, hat jetzt keine Herrlichkeit mehr, überstrahlt von der alles übertreffenden Herrlichkeit. 11Denn wenn schon das Vergängliche mit Herrlichkeit kam, wie viel größer ist die Herrlichkeit dessen, was bleibt!
12Weil wir nun eine solche Hoffnung haben, treten wir mit großer Freimütigkeit auf. 13Wir tun nicht wie Mose, der eine Decke über sein Angesicht legte, damit die Israeliten nicht auf das Ende dessen starrten, was verging. 14Doch ihre Sinne wurden verstockt. Bis zum heutigen Tag bleibt dieselbe Decke, wenn der alte Bund gelesen wird — unaufgedeckt, denn nur in Christus wird sie weggenommen. 15Ja, bis zum heutigen Tag liegt, sooft Mose gelesen wird, eine Decke über ihren Herzen. 16Sobald sich aber jemand unserem Herrn Jesus zuwendet, wird die Decke weggenommen. 17Unser Herr Jesus aber ist der Geist; und wo der Geist unseres Herrn Jesus ist, da ist Freiheit. a a v17 Paulus erhebt hier einen bemerkenswerten Identitätsanspruch: Der Herr, dem sich Israel zuwendet, und der Geist, der Freiheit schenkt, sind der eine Gott — niemals zwei einander widerstreitende Mächte, sondern der eine Vater, Sohn und Heilige Geist, die am Werk sind, das Herz frei zu machen. 18Wir alle aber schauen mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit unseres Herrn Jesus und werden verwandelt in dasselbe Bild, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es von unserem Herrn Jesus, dem Geist, kommt.